THE OTHER - Casket Case

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VÖ: 20.10.2017
Bandinfo: THE OTHER
Genre: Punk
Label: Drakkar Records
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Lineup  |  Trackliste

THE OTHER sind nicht nur Deutschlands interessanteste Horrorpunkband, sondern auch im internationalen Vergleich eine fixe Größe in diesem Subgenre. Und das vollkommen zurecht. Während das Vorgängeralbum “Fear Itself“ gutklassig war, aber mitunter auch zu routiniert klang, steuert die neue Veröffentlichung “Casket Case“ zum Glück in eine äußerst lebendige Richtung.

Denn THE OTHER schaffen es auf “Casket Case“ mühelos, ein paar ordentliche Hits zu kredenzen. Bereits “She’s A Ghost“ macht deutlich, wohin die Richtung gehen wird. Das Dargebotene ist nicht wahnsinnig hart und ungestüm, sondern versteht sich als melodischer Punk mit Hitpotenzial und dem so wichtigen Horrorvibe. “A Party At Crystal Lake“ schlägt in die gleiche Kerbe und offenbart Ohrwurmqualitäten. Bei “Dead And Gone“ erinnert man dank der Singalongs auch etwas an BAD RELIGION, die sich hier mit DANZIG und den MISFITS zu treffen scheinen. Der obligatorische deutsche Track "Morgen Ohne Grauen“ überzeugt ebenfalls und schafft es sogar, lyrisch nicht zu seltsam zu klingen, was bei deutschen Texten ja auch nicht selbstverständlich ist. Weitere Tracks, die man als Anspieltipps nennen könnte, sind das an THE VISION BLEAK erinnernde “Werewolf from Bedburg“, der Ohrwurm “Little Black Riding Hood“, das für THE OTHER urtypische “The Horror Of It All“ oder der knackige Punkrocker “A Heart Is Mysterious“. Die Grenzen zur Popmusik überschreitet “X-ray Eyes“, das für mich etwas zu banal geworden ist, aber live sicherlich seinen Zweck erfüllt. Der einzige Kritikpunkt an “Casket Case“ ist aus Sicht des Rezensenten, dass es auch ein paar Durchschnittssongs auf das Album geschafft haben, die den starken Gesamteindruck etwas verwässern.

Insgesamt ist “Casket Case“ ein äußerst abwechslungsreiches und unterhaltsames Album geworden, das die Zielgruppe perfekt bedienen sollte. THE OTHER suchen sich unterhaltsame Elemente aus unterschiedlichen Subgenres und kreieren damit ein Gesamtwerk, das eher unterhaltet, als einen erschaudern lässt. Zum Glück kann man “Casket Case“ also auch dann genießen, wenn mal nicht Halloween vor der Türe steht. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (08.12.2017)

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