ExoS - Time For A Change

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VÖ: 14.11.2017
Bandinfo: ExoS
Genre: Power Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Jens Faber hat mit DAWN OF DESTINY über Jahre hinweg eine starke Power Metal-Combo etabliert, die nebst diesem Genre auch einige andere Sparten zu bedienen weiß und gern mal über den Tellerrand hinaus schaut. Leider Gottes schwimmen die Jungs und das Mädel auch nach über zehn Jahren immer noch im Pool der unzähligen Underground Bands, denen so viel mehr Aufmerksamkeit entgegenschlagen sollte. Auch wenn diese Form von Aufmerksamkeit auf sich warten lässt, so hindert es Mastermind Jens Faber nicht daran, neue Mucke an den Mann zu bringen. Mit EXOS hat er ein Projekt an den Start gebracht, das einige spannende Gäste vereint und altes sowie neues Material zu veredeln weiß. Bereits vor ungefähr zwei Jahren fand der Titeltrack "Time For A Change" seinen Weg auf YouTube, wo der gute Jens einen Aufruf startete. Auf der Suche nach markanten Sängern, die unter anderem diesen Song stimmlich veredeln würden, wurde der Herr wohl fündig und auf der Platte finden wir nun 15 Songs vor, die die Wartezeit auf ein neues DAWN OF DESTINY-Album mit Sicherheit verkürzen werden.

Wer Jens Faber kennt, der wird darum wissen, dass sich der gute Mann an verschiedenen Elementen bedient, die insgesamt mehr oder weniger im melodischen Power Metal mit skandinavischer Prägung enden. "Fanatics" beschert uns den grandiosen Gus Monsanto (HUMAN FORTRESS), der mit seiner Bandbreite einen tollen Einstieg in das Werk ermöglicht. Insgesamt ein Track, der sehr melodisch vorgetragen wird und sich variabel präsentiert, was das Tempo betrifft. "Time For A Change" mit Jonas Heidgert (DRAGONLAND) ist sicherlich als sehr klassischer, schneller Power Metal Song zu bezeichnen, der dem Herren quasi auf den Leib geschneidert wurde - so wirkt es zumindest! Die etwas mehr als drei Minuten drücken fast dauerhaft im Uptempo auf die Tube und lassen jedes Power Metal-Herz freudig aufflackern. "Hell Where You Least Expect It" grenzt sich von seinen zwei Vorgängern etwas ab und wirkt deutlich rifforientierter, insgesamt auch kerniger. Dazu passt auch die Tatsache, dass sich Piet Sielck (IRON SAVIOR) dieses Songs angenommen hat, der ohnehin eine sehr wuchtige Stimme mitbringt. Ein sehr knackiges Stück, das fast schon mit Gewalt auf den Hörer niederprasselt. Angetan hat es mir auch das sehr atmosphärisch und düster wirkende "All The Evil Must Die", das mit Dario Verlasco (DEMONS EYE) einen Sänger offenbart, der zumindest meiner Wenigkeit bisher kein Begriff war. Spätestens an dieser Stelle möge sich das ändern! Mich ereilen Erinnerungen an "No Hope For The Healing", das aus DOD-Zeiten stammt und in ähnlich düstere Gefilde abdriftet. Ein kraftvoller Song, der mit einem noch kraftvolleren Chorus ausgestattet wurde! Mein Highlight präsentiert sich mit Tommy Johansson (SABATON, REINXEED), der mit "As Heaven Died" schlichtweg den Ohrwurm der Platte raushaut.

Musikalisch befinden wir uns ihn ähnlichen Gefilden wie beim Opener, sehr melodieorientiertes Gitarrenspiel und ein Refrain, der ans Herz geht. Tommy Johansson hat in der Vergangenheit nicht immer als stärkster Sänger brilliert, hat mich aber gerade hier sehr positiv überrascht und sich somit das Highlight von "Time For A Change" gesichert. Natürlich hören wir hier und da auch den Mastermind selbst, obgleich er "nur" ins Mikro grölt. So geschehen bei "Read My Words", das einmal mehr auch Piet Sielck integriert. Ein wuchtiger Track, der mit Sicherheit den Härtegrad der Platte nochmal nach oben schraubt. Als der letzte Song "Time" aus den Boxen ertönt, habe ich mich tatsächlich gefragt, ob wir hier wirklich Fabio Lione (ex-RHAPSODY OF FIRE) hören. Klar, ich gehe davon aus, dass er es ist, aber ich habe ihn bis dato nie in einer derart tiefen Stimmlage singen hören, was im ersten Moment etwas befremdlich wirkt. Gleichzeitig zeigt es die Variabilität von einem der größten Power Metal-Sänger unserer Zeit!

"Time For A Change" ist mehr als B-Seiten Material, das von Jens Faber verwurstet wurde. Kaum einer der Songs geht unter oder macht nicht zumindest Spaß. An die DAWN OF DESTINY-Platten kommt es als Gesamtwerk aber nicht ganz ran, verdeutlicht insgesamt aber, was für ein großartiger Songwriter Jens Faber ist. In meinen Augen scheint es für den Herrn schier unmöglich zu sein, kompletten Mist auf Platte zu pressen. Dafür, dass wir hier teilweise alte Songs aus dem Archiv hören, wirkt "Time For A Change" doch sehr rund und modern. Ich hoffe, dass trotz der schwierigen Situation im Business noch viele weitere Werke dieser Form das Licht der Welt erblicken werden!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (29.11.2017)

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