ASKING ALEXANDRIA - Asking Alexandria

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VÖ: 15.12.2017
Bandinfo: ASKING ALEXANDRIA
Genre: Metal
Label: Sumerian Records
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Lineup  |  Trackliste

Über die letzten Jahre hinweg ist sehr viel geschehen im Hause ASKING ALEXANDRIA. Danny war als Gründer raus aus der Band und Denis übernahm seinen Platz. Mit "The Black" folgte das erste Album ohne Danny, das auf gemischte Kritiken stieß. Als die Briten 2016 ein neues Video aufnehmen wollten, verschwand Denis mehr oder weniger in der Versenkung, kommunizierte kaum bis gar nicht mit der Band, bis es dann hieß, dass er noch viel mehr im Rampenlicht stehen wolle und die Band nichts wäre ohne ihn. Zumindest soll es sich so oder ähnlich zugetragen haben. Die Folge? Denis war raus aus der Band, da er den Pflichten (Videodreh) schlichtweg nicht nachkam und es AA nicht ermöglichte, normal weiterzuarbeiten. Was tun? Das, was mir als Fan überhaupt nicht in den Sinn kam, wurde Realität. Danny Worsnop kehrte zur Band zurück... Und zwar fulltime! Mittlerweile arbeitete er an seiner Soloplatte und veröffentlichte mit WE ARE HARLOT das Debütalbum. Viel hat sich getan und die Band bzw. Menschen, die dahinter stehen, haben sich verändert und weiterentwickelt. Mehr zu dieser ganzen Geschichte könnt ihr in unserem Interview mit Danny Worsnop himself nachlesen! Hier möchte ich nun auf die Musik zu sprechen kommen, denn ASKING ALEXANDRIA liefern mit ihrem selftitled Album am 15. Dezember brandneue Musik ab - mit Danny Worsnop an den Vocals! 

Mit "Into The Fire" und "Where Did It Go" wurden in der Zwischenzeit bereits zwei Singles veröffentlicht, die einen kleinen Vorgeschmack bieten. Die Reaktionen der Fans waren zwiegespalten, denn wo die eine Hälfte glücklich war, Dannys markante Stimme wieder hören zu können, empfand die andere Hälfte den "neuen" Stil als zu soft und Worte wie "sellout" fielen. Ich muss mich definitiv nicht als Fanboy positionieren, der jeden shit abfeiert, aber mit "sellout" hat dieses Album weiß Gott einfach mal gar nichts zu tun. Es offenbart eine Weiterentwicklung und großartiges intelligentes Songwriting. AA wirken reifer als früher, bleiben bei all dem Hype aber authentisch, denn anders als früher will man gar nicht stumpf auf der Hypewelle surfen. "Into The Fire" arbeitet z.B. mit mehrstimmigen Vocals, die fast schon wie eine Art Gangshout-Chor klingen, durchaus beeindruckend und ein nettes Stilmittel! Die Gitarren wuchten nach wie vor ordentlich aus den Boxen und lassen den Härtegrad dahingehend nicht vermissen. Dannys Stimme wirkt insgesamt deutlich variabler als auf den alten Alben, obgleich ich diese natürlich auch immer noch schätze. Dennoch ist der Mann stimmlich gewachsen und das zeigen die beiden Singles überdeutlich auf. Keine Screams mehr? Nein, so drastisch sieht es nicht aus, auch wenn die dosierter auftauchen. Allerdings gibt man Danny auf dem neuen Album mehr Raum, seine clean-Vocals auszuprobieren und das entpuppt sich als einzig richtige Entscheidung. Neben diesem Faktor spielt Innovation eine große Rolle, einige Experimente, die angegangen wurden. Nehmen wir einfach "When The Lights Come On", das diverse elektronische Elemente verwurstet und einen groovigen Chorus implementiert, wie wir ihn von AA bisher sicher nicht gehört haben. Es klingt frisch, anders und lässt dennoch nie einen Zweifel darüber zu, mit welcher Band wir hier gerade konfrontiert werden.

"Empire" wagt sich an ein Feature mit dem talentierten Künstler Bingx heran, der in Rapgefilden zu Hause ist. Rap und Metal oder Rock? DAS funktioniert? Well... LINKIN PARK ist das Stichwort, auch wenn AA das Ganze komplett anders umsetzen. Bingx ist kein Mike Shinoda und AA sind nicht LINKIN PARK. Bingx offenbart eine sehr markante Stimme, die etwas besonderes hermacht und neben ihm mischt auch Gitarrist Ben mit, der die Bridge zum Besten gibt. Eine tolle und spannende Fusion, die mit einem bockstarken Refrain vollendet wird. Highlights präsentieren sich des weiteren mit dem Opener "Alone In A Room", der erst bedrückend und dann energetisch und ausbrechend wirkt. Ein kraftvoller Track, der sofort im Ohr bleibt. Außerdem möchte ich das verträumte "Under Denver" erwähnen, das Danny Worsnops Wachstum bestens einfängt: Ruhige Strophen, die sich mit zunehmender Dauer steigern und ein sehr intensiver und mitreißender Chorus, der unter die Haut geht. Selbst die Akustikballade "Vultures" ist schlichtweg brilliant und erzeugt Gänsehaut, wo sie Fans der eher härteren Mucke vielleicht nicht erwarten würden. 

Sind das nun noch die ASKING ALEXANDRIA, die damals mit "Stand Up And Scream" ein Genre groß gemacht haben? Ja, das sind sie ohne Zweifel! Sie sind nur erwachsen geworden und wollen mit ihrer Musik nun auch positive Messages verbreiten. Viele elektronische Elemente erhalten Einzug, allgemein gibt es mehr Stilmittel, die das Album aber variabler und spannender gestalten. Es ist kein Popalbum, auch wenn es nicht mit zig Screams und Growls aufwartet. Screams werden dosiert und intelligent eingesetzt, wo sie passen und ihren Zweck erfüllen. Das und auch die neuen Elemente machen die selftitled Scheibe zu einem gelungenen "Comeback" mit Danny Worsnop im Gepäck, der charismatischer denn je wirkt.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (08.12.2017)

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