SEPTICFLESH - Codex Omega

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VÖ: 01.09.2017
Bandinfo: SEPTICFLESH
Genre: Melodic Death Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

"Codex Omega" nennt sich der zehnte und lang ersehnte Streich der griechischen Symphonic Death Metaller SEPTICFLESH, die das Genre geprägt haben wie keine Zweiten und ihren Stil über die Jahre perfektioniert haben. Mit ihren drei Vorgänger-Alben "Communion" (2008), "The Great Mass" (2011) und "Titan" (2014) haben die Griechen ihren Sound gefunden und auf Hochglanz poliert, mit "Codex Omega" präsentieren SEPTICFLESH nun die Perfektionierung ihres Stils.

Bereits die drei vorab veröffentlichten Single-Auskopplungen "Dante's Inferno", "3rd Testament" und "Enemy Of Truth" ließen keinen Zweifel daran, dass die Griechen auch diesmal wieder tief in die Trickkiste gegriffen und ein neuerliches Meisterwerk zu Tage gefördert haben. Auf "Codex Omega" präsentiert die Band ein gewohnt kolossales Aufgebot an Instrumentalparts in Form der klassischen Metal-Besetzung, kombiniert mit den für SEPTICFLESH so typisch gewordenen orchestralen Klängen und den tiefen Growls von Frontmann Spiros „Seth“ Antoniou. Der anfangs noch eher ruhige Einstieg mit reduzierter Gitarre und Streichern weicht jedoch bald und mit einem Schlag Blastbeats und orchestraler Fulminanz. Mit Letzterem erschufen SEPTICFLESH damit erneut eine bombastische Klangwand, die genauso gut als Film-Soundtrack durchgehen könnte. Tatsächlich ist das aber nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Gitarrist Christos Antoniou klassische Musik studiert hat und das Prager FILMharmonic Orchestra auch diesmal involviert war.

"Codex Omega" ist also erneut eine absolute technische Meisterleistung des Quartetts. SEPTICFLESH fahren hier technisch ohne Zweifel zu absoluten Höchstleistungen auf, aber trotz beeindruckender Darbietung drängt sich doch die Frage auf, wie es in Sachen Innovation um die Band steht. Letztendlich bekommt man von Band und Album genau das, was man erwartet hat und seit nunmehr fast zehn Jahren kennt, ohne Überraschungen oder nennenswerte Veränderungen. Diese Tatsache hat sowohl eine positive als auch eine negative Kehrseite: Einerseits weiß man genau, was man bekommt, andererseits kann man aber auch nicht mit etwas mehr Abwechslung und kreativer Weiterentwicklung rechnen, was zur Folge hat, dass man das Album zwar hört, sich über den Sound freut und beeindruckt zeigt, letztendlich aber Gefahr läuft, keinen oder nur eine Handvoll der Songs sonderlich lange im Gedächtnis zu behalten.

Fazit: SEPTICFLESH haben mit ihrem zehnten Album "Codex Omega" ein technisch einwandfreis Werk geliefert und erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie zu den wichtigsten Vertretern des Genres gehören. Die Band zeigt hier ein Mal mehr, dass sie ihr Handwerk absolut versteht und wird dies auch sicherlich bei ihrem Konzert im Viper Room unter Beweis stellen. Ein klein wenig mehr Innovation hätte dem Album jedoch sicherlich nicht geschadet.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (16.12.2017)

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