KÄRBHOLZ - Spiel des Lebens - Alles Neu -

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VÖ: 20.10.2017
Bandinfo: KÄRBHOLZ
Genre: Punk Rock
Label: Metalville
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Lineup  |  Trackliste

„So hätten wir es damals schon gemacht... wenn wir es gekonnt hätten!“ verlautbaren KÄRBHOLZ und wuchten ihr vor zehn Jahren veröffentlichtes Debüt „Spiel des Lebens“ mit dem Zusatz „Alles Neu“ noch einmal in die Plattenregale. Ja, ganz recht, die vier Jungs haben einfach das komplette Debütalbum genommen und es mit der Erfahrung von einem dutzend Jahren und einem Paket starker Alben noch einmal neu eingespielt. Es handelt sich also nicht um einen schnöden Re-Release des alten Schinkens, nur um nochmal ein bisschen Geld mit den sattsam bekannten Titeln in die Kasse zu spielen; vielmehr scheint das Thema den Vieren ganz ordentlich unter den Nägeln gebrannt zu haben, da die Songs von Grund auf neu arrangiert wurden. Das kürzt zwar die Spielzeit im Vergleich zum Original-Release ein wenig ab, was aber niemandem auffallen dürfte. (Dem Autor dieser Zeilen ist es aber aufgefallen, Anm. d. Red.)

Früher oder später muss man als Band einen Anfang machen, das erste Mal ins Studio gehen, die ersten Songs aufnehmen und sich das erste Mal mit dem ganzen Rattenschwanz auseinandersetzen, den so eine Produktion nach sich zieht. Da wissen die wenigsten, was sie wirklich erwartet – so wie auch KÄRBHOLZ, die mit ihrem Album-Debüt „Spiel des Lebens“ dann gleich einen Achtungserfolg einfahren konnten. Viele der schmissigen Hymnen im räudig-punkigen Gewand (wie z.B. „Feuer in mir“) finden sich auch heute noch in der Live-Setlist wieder, und zum balladesken „Mein Weg“ wird noch immer im Publikumschor gegrölt. So gesehen verdient „Spiel des Lebens“ die Neuauflage in zeitgemäßem Gewand!

Das zahlt sich aus, denn der Sound klingt deutlich fetter und vor allem differenzierter und ausgewogener und so manches in den vergangenen Jahren hinzugekommene Element hat seinen Weg in „Spiel des Lebens“ gefunden. Seien das nun verspieltere Elemente, die den geradlinigen Deutschrock aufpeppen, oder auch der bereits auf dem Vorgänger "Überdosis Leben" in Erscheinung getretene Country-Einfluss. Den einzelnen Titeln wurde durch die Bank eine Frischzellenkur spendiert, sodass so manche wohlbekannte Hymne durch kleine textliche Veränderungen an einzelnen Wörtern oder verschobene Betonungen ziemlich „neu“ klingt – fast, als hätte man ein gerade erst geschriebenes Album vor sich.

Aus neutraler Sicht kann man KÄRBHOLZ bescheinigen, dass sich die Neuaufnahme von „Spiel des Lebens“ vollauf gelohnt hat, da das Album den Spirit des Debüts zu transportieren weiß und dabei gleichzeitig ausgereifter und frischer klingt. Aus der Sicht eines Fans kann man sich nun natürlich darüber streiten, ob die Frischzellenkur des Debüts wirklich notwendig war, zumal sich viele der schmissigen Titel wohl in ihrer schnoddrigeren Urfassung im Gedächtnis verankert haben dürften – wie die brandneue Aufnahme angenommen wird, das muss die Live-Situation beweisen.



Ohne Bewertung
Autor: Anthalerero (19.12.2017)

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