EVIL - Rites of Evil

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VÖ: 15.08.2017
Bandinfo: EVIL
Genre: Black / Thrash Metal
Label: Nuclear War Now!
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Lineup  |  Trackliste

In der heutigen Zeit werden alte Formen des Heavy Metal aus den 80ern wieder aufgegriffen und neu interpretiert. Die westliche Hemisphäre spürt ein Aufleben der guten alten Heavy Metal-Ära: EVIL INVADERS, DR. LIVING DEAD, NERVOSA, INSANITY ALERT, HAVOK etc. Die Japaner EVIL wollen ebenfalls auf diesen Zug aufspringen. 2011 wurde die Band in Tokyo gegründet und feierte ihren ersten Sieg mit der Auszeichnung der japanischen Zeitung „Japan Time“ für die beste Metal-Demo des Jahres 2014. Dieses Jahr kam ihr erstes Album „Rites of Evil“ in die Läden. Diese Referenz überzeugte mich vollkommen, mich dem japanischen Geschredder von EVIL zu widmen.
Die Band startet die erste Nummer „Nightmare Bells“ mit einem schauerlichen Regen und Kirchenglocken und beendet sie mit langsamen Gitarrenriffs. So eine Inszenierung erinnert mich an das Intro des Debütalbums von BLACK SABBATH, das mir schon als 15-jähriger eine Gänsehaut verpasste. Ich bekam auch beim Intro von EVIL das selbe Gruseln wie damals. Die wahnsinnige Geschwindigkeit prägt das darauffolgende „The Curse“. Ein unendlicher Sturm von Gitarrenriffs wirbelt quer durch den Raum. Itomentor Witchslaughter (Schlagzeug) schlägt in die Drums, deren Klang einem Knall auf Leichenteile ähnelt. Das Solo ist von Nostalgie geprägt. Schrille, langanhaltende Töne, auf die schnelle Gitarrenläufe à la Jeff Waters (ANNIHILATOR) gehämmert werden. 
Das alles zerberstende Drum-Intro mit Fade-In in der Nummer „Sword of Stupa“ ist ein perfekt gelungenes Zusammenspiel von Black und Speed Metal. Dissonante Powerchords, welche zumeist im schwarzen Metal-Stil zu finden sind, in einer höllischen Geschwindigkeit, die eine Herausforderung für jedes geschulte Metal-Ohr darstellt. Das Gitarrenduo Ryo Kitamura (Vocals, Guitar) und Masaharu Takahashi (Guitar) liefern sich ein Gemetzel sondergleichen. Eine schrille Note hier, malträtierte Noten mit Wah-Effekt da. Der Metalorkan nimmt keine Rücksicht auf die Zuhörer.
Wenn man schon an dem Punkt angelangt, sich eine Pause vom unaufhaltsamen musikalischen Chaos der Band zu wünschen, setzt EVIL noch einen drauf. Blast-Beats, 16tel Noten und inbrünstiges Gebrüll, wie aus verrotteten Lungen eines Verdammten. Eine Melange des wütenden Bösen, die keine Aussicht auf Erholung bietet.
Das Schlusslicht von „Rites of Evil“ nennt sich „Brutal Mass“ und sorgt mit melodischen Gitarrenpassagen für Abwechslung im Vergleich zu den anderen Nummern. Damit EVIL ihren Ruf als schnelle Haudrauf-Metaller aufrechterhalten können, paaren sie den melodiösen Teil mit einer punkigen Note. Ein verrücktes Gelächter gegen Ende beendet die geballte Ladung Gewalt, das sie mit Stolz „Rites of Evil“ nennen. 
Die japanische Band aus Tokyo wird ihrer selbst betitelten Musikrichtung „…Raw Evil Thrash Metal“ gerecht. Ein dreckiger Sound, gepaart mit spielerischem Können und unvorstellbarer Geschwindigkeit. In Bezug auf die gesungene Sprache ist man jedoch hin- und hergerissen. Einerseits passt die japanische Sprache ideal zur gespielten Musik, andererseits ist der Songtext aufgrund der japanischen Sprache für einige Metlfans, die viel Wert auf den Inhalt legen, schwer verständlich. In den Internetforen wird gmunkelt, dass die Band sich mit Buddhismus und Okkultem beschäftigt, es ist jedoch schwer einzuschätzen, wovon die Texte handeln, wenn man des Japanischen nicht mächtig ist. Ich vermute, EVIL waren sich dessen bewusst und schrieben die Songtitel deshalb nicht nur auf Japanisch, sondern auch auf Englisch ins Booklet von „Rites of Evil“. Summa summarum ist EVIL ein Taifun, den die westliche Hemissphäre mit ausgestreckten Metalhorns und Gebrüll willkommen heißt. Burst Command Til……WAR!!! 
 
Fazit: Sony Playstation, Mangas UND JETZT Thrash Metal. Japan bringt den Rest der Welt immer wieder zum Staunen.


Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (17.12.2017)

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