JAYA THE CAT - A good day for the damned

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VÖ: 17.11.2017
Bandinfo: JAYA THE CAT
Genre: Rock
Label: Broken Silence
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Lineup  |  Trackliste

Is it a bird? Is it a plane? No! It’s JAYA THE CAT! Okay, ein bisschen falsch zitiert; richtige Antwort ist natürlich „Superman“. Totzdem stellte ich mir diese Frage bezüglich der musikalischen Schublade, in die ich das Quintett aus Amsterdam jetzt stecken sollte. Ska, Punkrock, Reggae? Nun, sie selber haben ein eigenes Genre für ihre Art von Musik erschaffen: Drunk Reggae. Und wenn man sich die Tracklist von ihrem aktuellen Album „A Good Day For The Damned“ durchliest, glaubt man das auch schon gern, ohne einen Ton gehört zu haben. Titel wie „Wine Stained Futon“, „Sunday Morning“ und „Drunk Balloon“ sprechen für sich. Und wenn man dann rein hört, wird man automatisch zu diesem Samstag-Partyabend in der WG transportiert, komplett mit Menschen, die entweder in einer Ecke wild tanzen oder malerisch in einer anderen über Möbel drapiert sind, kreisende Rotweinflaschen und rauchgeschwängerte Luft, die man schneiden kann. JAYA THE CAT macht Laune, und sie erzählen dabei mit ihren schnodderigen Texten unterhaltsame Geschichten. Es geht teilweise sehr selbstironisch ums Leben, um die Liebe, ums Feiern und menschliche Unzulänglichkeiten. Das ganze verpackt die Band in Songs, in denen sich die oben genannten Genres und andere Stil-Elemente schamlos vermischen. „Black Heart“ mit seinen mexikanisch angehauchten Blasinstrumenten hört sich an wie ein Schlager aus den 70ern – auf gute Art und Weise. Lässig, melodisch, up-beat! „Wreckage“ featured Gitarren, die ein bisschen an THE SHADOWS (die Dinosaurier der Instrumentalmusik) erinnern. Und dann mischt sich auch noch ein Frauenchor im Refrain ein. Alles herrlich Retro. „The Palmreader“ fängt mit einem Tim Burton-esken, schrägen kleinen Walzer an, bevor der Track dann in einer schnellen Ska-Nummer aufgeht… Ich könnte weiter so kleine Details aufzählen. Was zum Ausdruck gebracht werden soll, ist JAYA THE CATs Vorliebe für leicht schräge Ansätze und ihre eigensinnige Art Musik zu machen.

Anspieltipps mit Ohrwurm-Qualität sind „Amsterdam“ mit seinem Kick-Ass-Refrain, das tiefenentspannte „Fucking In Love“ und das bluesige „The Streets Of Shoreditch“.

„A Good Day For The Damned“ ist ein unterhaltsames Album, das easy auf den Ohren und im Kopf liegt. Mit fünfzehn Tracks ist es allerdings ein bisschen überlang. Wer durchhält wird aber mit einer leicht beschwipsten, bunten Mischung aus guter Laune und Melancholie belohnt.

Und wer das Ganze live erleben möchte, hat in Wien am 11.01.2018 die Gelegenheit, wenn JAYA THE CAT im Flex aufspielen.  



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (22.12.2017)

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