DE LA MUERTE - Venganza

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VÖ: 15.12.2017
Bandinfo: DE LA MUERTE
Genre: Hard Rock
Label: Revalve Records
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Lineup  |  Trackliste

Schon beim selbstbetitelten Vorgänger fiel mir auf, dass die Italiener sich nicht so leicht in die Schublade "Hard Rock" schieben lassen. Und bei "Venganza" ist dieser Eindruck noch intensiver geworden. Der mexikanische Kult von “Nuestra Señora de la Santa Muerte” ist noch immer zu fühlen, Songtitel wie "Lady Death" oder "The Last Duel" sprechen wieder den "Heiligen Tod" und das Mexiko-Outlaw Feeling an, das die Band oft bei ihren Nummern transportiert.

Nach einem eher zaghaft oder zumindest düster wirkenden Intro schnalzen die Jungs uns die ersten Riffs entgegen und Gianluca lässt seine raue Reibeisenstimme erklingen, wo man sehr deutlich zuhören muss, um die Sprache festzustellen -> Englisch hier beim Start. Der reiner gesungene Refrain ist jedoch spanisch und die später folgenden schöneren Gesangsparts wiederum englisch. "De La Muerte" ist nicht der einzige Song mit dieser Mischung. Die Kombination aus spanisch und englisch, gepaart mit Outlaw-Feeling und harten Klängen, zieht sich durch mehrere Songs. Vor allem die beiden letzten Nummern des Albums - "Cancion del Mariachi" und "Scream Of Madness" - haben hier viel zu bieten. Das "ai-ai-ai" und die mit spanischen Rhythmen untersetzten Hard Rock Takte bei ersterem zeigen ganz schön viel Eigenwilligkeit. Der arienhafte Einstieg bei zweiterem führt einen zuerst auf sanfte Pfade, bevor mit dezentem Einsatz von Schlagzeug und Gitarren und anfänglich noch beibehaltenen Engelschören im Hintergrund das Ganze Fahrt aufnimmt und mit Grölen und Speed endet.

Das fetzige "Lady Death" mit dem ganz typischen Rock'n'Roll Rhythmus erzeugt eine Stimmung, die an so manchen Klassiker erinnert, vor allem, wenn die Einlagen dann schon mal nach Elvis klingen. Gemischt mit Hard Rock Klängen und einem ganz schönen Speed an den Drums sowie sehr harten Bass-Tönen knallt die Nummer eine volle Bandbreite an Melodien und Stilrichtungen rein. "Death Engine" gibt sich ähnlich knackig.

Die Hard Rock Stimmung zieht sich weiter bei "The Last Duel", aber mit einem Hauch Movie und Progressive - es erinnert mich gelegentlich an das alte "Operation: Mindcrime". Danach düster, stampfend, rollend, grölend, dunkel-schön "Gambling In Hell" mit einem Refrain, der einfährt. Es geht auch schmachtend und leidend und Sänger Gianluca klingt fast schon nach Oper bei "Heart Of Stone". Eine intensive Power-Ballade mit eindringlichen Gitarrenriffs und -soli und emotionsgeladenen Rhythmen.

Eine gute Mischung aus soft und hart spielen und singen die Italiener bei "How Do You Feel". Lässige Backing-Vocal-Einsätze und die eigenwillige Klangmischung der Band sorgen dafür, dass dieser Song ins Ohr geht. Bei "Horizon" versuchen sie das gleiche, jedoch ist es nicht ganz so rund.

Fazit: wer auf schrägen Touch mit teilweise spanischen Texten steht, kommt bei den Italienern voll auf die Rechnung. Hier erwartet einen kein typischer 08/15 Hardrock, sondern etwas Adaptiertes, Anderes. Die zehn Songs haben unterschiedliche Härtegrade zu bieten und sind variantenreich. Insofern sei der "normale" Hard Rock Fan gewarnt, dass ihn hier mehr erwartet. Einen Versuch bzw. Reinhören sind DE LA MUERTE auf jeden Fall wert.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (29.12.2017)

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