REAPER'S REVENGE - Virtual Impulse

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VÖ: 03.02.2018
Bandinfo: REAPER'S REVENGE
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Ist es denn zu glauben? Mehr als drei Jahre ist es schon wieder her, dass REAPER'S REVENGE aus Amberg den kleinen Schreiberling mit "Wall Of Fear And Darkness" nachhaltig überraschten. In der Zwischenzeit hat sich der Fünfer etwas umgebaut und präsentiert mit Hermann Weiss einen neuen Mann am Sechssaiter, der auf dem neuesten Werk gleich sein Shredder-Debüt gibt. „Virtual Impulse“ nennt sich das neue Album, mit dem die Amberger im frühen 2018 auf der Matte stehen.

Bereits der lässige Opener „Just A Second“ zeigt, dass REAPER'S REVENGE dazugelernt haben und die Schwächen des Debüts sauber ausgebügelt haben. Die Produktion ist deutlich fetter, die Gitarren haben ansprechenden Wumms und auch das Schlagzeug kann nun ordentlichen Druck entwickeln. Auch an der Vocalperformance, bereits ein Highlight des Debüts, hat man noch einmal geschraubt, denn auch hier hat das Album dank aufgewerteter Backings deutlich mehr Schub. So fräst das knackig-flotte Auftaktstück mit seinem Ohrwurmrefrain gleich einmal eine ordentliche Rille in die Gehirnrinde.

Der Titeltrack „Virtual Impulse“ stampft dann kräftig nach vorne und groovt vor allem in der Bridge wirklich gut. Mit deftigen Riffs und einer nicht zu leugnenden Thrash-Note, die man nicht nur in „The Reaper's Dance“ ausmachen kann, geht es im erhöhten Tempobereich weiter. Ein paar NwoBHM-Anleihen mit Twin-Guitars im Stile der eisernen Jungfrauen gibt es bei „What Have I Done“ auf die Ohren, während durch Songs wie das ziemlich deftig geratene „Brainwashed“ und „Gods Of War“, die nebst der starken Gitarrenarbeit auch wieder mit kraftvollem Gesang von sich reden machen, deutlich wird, dass REAPER'S REVENGE mit ihrem neuen Album deutlich mehr in die Speed-Ecke gerückt sind. Die noch eher verhaltene Thrash-Schlagseite vom Vorgänger wurde parallel dazu ausgebaut und den Titeln dafür auch insgesamt etwas mehr Spiellänge gegönnt, sodass die Gitarren-Hooks in Powersongs wie „Storm Of Damnation“ ordentliche Wirkung entfalten können.

Für die Auflockerung des knackigen Scheibchens sorgt „Two Of Me“, das mit stimmungsvollen Akustikgitarren überrascht und mit seinem Power-Balladesken Aufbau zunächst einen Kontrapunkt zu den auf kernig gebürsteten Rest des Albums darstellt, ehe es gen Mitte Fahrt zu einem von Drum-Triolen unterlegten Stampfer aufnimmt, dessen Refrain erneut mit echten Ohrwurmqualitäten punkten kann. Ein besonders gut gewobener, schlüssiger Spannungsbogen, der den Song nachhaltig aus dem Albengefüge heraushebt, macht aus „Two Of Me“, neben dem gnadenlos eingängigen Opener und der Abrissbirne „Brainwashed“, den erinnerungswürdigsten Song auf „Virtual Impulse“

Fazit: Klar, die Neuerfindung des hartmetallischen Rades darf man bei REAPER'S REVENGE nicht erwarten, sind doch Sound und Songstruktur weiterhin bis zu einem gewissen Maße 80's-affin, aber kommen mit genügend Eigenständigkeit um die Ecke, dass zu keiner Minute Langweile aufkommt. Eine gewisse stilistische Nähe zu ICED EARTH ist zwar nach wie vor gegeben, doch die inzwischen deutlich weiter in die härtere Ecke gerückte Instrumentalisierung kuriert von allzu schnellen Kategorisierungen. Auch mit ihrem Zweitling positionieren sich die Amberger mit deutlichem Abstand zu seelenlosem Einheitsbrei und tackern dem Hörer mit rasenden Gitarrenfahrten, gut gesetzten Akzenten und verflucht starkem Gesang ein breites Grinsen ins Gesicht. Kutten anziehen, Rübe schütteln!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (01.02.2018)

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