NECIFER - Umbræ

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VÖ: 21.12.2017
Bandinfo: NECIFER
Genre: Black / Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

NECIFER sind eine junge Band aus Graz, die sich 2014 gegründet und Ende 2017 mit „Umbrae“ endlich ihre Debüt-Veröffentlichung rausgehauen hat. Ich bin eigentlich doppelt zufällig auf diese Gruppe aufmerksam geworden, da ich Ende 2015 bei einer Geologen-Festivität in Graz in relativ umnachtetem Zustand mit einem Bandmitglied gesprochen hatte, zwei Tage später verwundert Aufkleber in der Jacke fand und nachfolgend kurz in Kontakt stand. Im nächsten Jahr dann folgte Teil 2, als ich nach bestandener Endprüfung mit ein paar Leuten beschloss, ins Wakuum zu gehen, wo – wer hätte es gedacht – zu meiner Überraschung eben gerade NECIFER spielten. So, nun aber genug von den Anekdoten! Wenden wir uns der Musik zu.

Seit Bandgründung 2014 sind es die Grazer Jungs recht ruhig und überlegt angegangen, nicht einfach Demo um Demo rausgeklatscht, sondern sehr geduldig an den einzelnen Kompositionen gefeilt, derer fünf es nun auf dieser ersten EP zu hören gibt. Diese könnte mit 35 Minuten Spielzeit schon fast als Album durchgehen und wirkt auf mich beim Hören eigentlich auch so. Das liegt wohl primär daran, dass die Soundqualität für eine erste Eigenproduktion sehr gut ausgefallen ist und das Material ausgesprochen abwechslungsreich und vielschichtig ist. Da hat sich die minutiöse und geduldige Arbeit in jedem Fall ausgezahlt!

Aber um was genau handelt es sich bei NECIFERs Musik eigentlich? Im Wesentlichen wird auf dieser Scheibe eine technisch durchaus ansehnliche Mischung aus melodischem Black und Death Metal präsentiert, welche durchaus ein wenig „okkult“ angehaucht ist, wie auch immer man letzteres nun auch definieren mag. Elemente, welche man solcherart klassifizieren könnte, finden sich in einigen echt fiesen Harmonien und zudem im Gesang, welcher sehr facettenreich ist und stellenweise beschwörend-predigend anmutet. Aber auch die stellenweise abgehackt-chaotische Gitarrenarbeit trägt ihren Teil dazu bei. Letztlich spiegelt sich das auch in der Selbstbeschreibung als „Insane Celebration of Black/Death Metal“ wider.

Viel wichtiger als solche Schubladisierungs-Randpunkte ist aber, dass NECIFER hier eine durchaus vielschichtige Athmosphäre erzeugen, dass das dargebotene Material einen zu fesseln vermag und zudem mit etlichen Highlights aufwartet. Zudem ist die Produktion sehr druckvoll, wobei alles an seinem Platz und zudem klar hörbar und spürbar ist. Von dem eher konventionellen und weniger originellen Opener „Stellar Redemption“ sollte man sich daher nicht abschrecken lassen, denn schon mit „Kerosphere“ folgt ein dynamischer, weitaus eigenständigerer Song mit einigen fesselnden Entwicklungen. Selbige können die folgenden Lieder auch aufweisen, denn es gibt immer wieder Stellen, die NECIFER zumindest für mich vom Durchschnitt dieses Genres abheben. Das zeigt sich schlussendlich auch in der klasse gemachten Steigerung am Ende von „Bringer of Endless Light“.

NECIFER geben hier ein wirklich beachtenswertes Lebenszeichen ab, welches mit hoher Intensität, starkem Gesang, Gitarrenarbeit und Schlagzeugspiel und einigen wirklich packenden Spannungsbögen aufwartet. Abgesehen vom etwas schiefen mehrstimmigen Klargesang am Ende des letzten Liedes, dem irritierenden Metronom am Ausklang von "Kerosphere" und der – in meinen Ohren – stellenweise fehlenden Originalität kann ich aber kaum Kritikpunkte finden. Da kann man nur hoffen, dass NECIFER bald mit einem vollwertigen Album aufwarten können, welches an die Qualität dieser EP anknüpft. Eine halbwegs objektive Punktvergabe fällt mir bei dieser Scheibe aus diversen Gründen besonders schwer, weswegen ich zwischen 3,5 und 4 schwanke. Aber letztlich bewegen mich der Respekt, den ich dieser geduldigen und minutiösen Arbeit zollen will, und auch der Newcomer-Bonus dazu, die höhere Punktzahl zu vergeben.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Felix Thalheim (21.01.2018)

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