MOTHER OF MILLIONS - Sigma

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VÖ: 03.11.2017
Bandinfo: MOTHER OF MILLIONS
Genre: Progressive Metal
Label: ViciSolum Productions
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Lineup  |  Trackliste

MOTHER OF MILLIONS sind eine Progressive-Formation aus Griechenland, die heuer ihr 10-jähriges Bestehen feiern. Mit "Sigma" veröffentlichte die Band im November nun ihren zweiten, bereits heiß ersehnten Longplayer. Auch "Sigma" versteht sich, wie bereits das Debüt "Human", als Konzeptalbum und befasst sich mit dem oftmals missinterpretierten und für viele unangenehmen Schweigen. MOTHER OF MILLIONS greifen hier insbesondere die Themen Schuld, das Schweigen der Masse und die sogenannte Schweigespirale (Theorie der öffentlichen Meinung von Elisabeth Noelle-Neumann) auf, ohne dabei selbst zu leise daher zu kommen, um gehört zu werden. Im Gegenteil: Die Band setzt erneut auf viel Atmosphäre, dem kompletten Album liegt eine gewisse entspannte Grundstimmung zugrunde, die sich bereits zu Anfang ausmachen lässt und sich durch das komplette Album zieht. MOTHER OF MILLIONS glänzen hier durchgehend mit Kreativität, Abwechslung, modernen Riffs und der vielschichtigen Stimme von Frontmann George Prokopiou, der von Sprechgesang über klare, melodiöse Gesangsparts bis hin zu leicht angedeuteten Screamanteilen so einiges zu bieten hat. Die erstklassige Produktion verleiht dem Album noch zusätzlich eine in ihrer Gesamtheit professionelle Note.
 
Der Einstieg in das Album erfolgt mit "Emerge" als dramatisches Intro mit Überlänge ruhig und geht nahtlos in "Shine" über. Hier bewegt man sich auch sogleich in deutlich progressiveren Gefilden, der Name des Songs ist Programm: MOTHER OF MILLIONS glänzen mit fantastischen Riffs und einem gewissen Groove, der ein wenig an die Londoner Progressive-Formation HAKEN erinnert. "Shine" baut sich von Anfang an auf und erzeugt so die richtige Spannung, um mit dem ersten Refrain bereits das erste Highlight zu erzeugen. Hier kommt Sänger George Prokopious Stimme auch erstmals so richtig zur Geltung. Sofort werde ich gedanklich wieder zurück zum Konzert Anfang November im Chelsea versetzt, ehe der nahtlose Übergang in die emotionale Darbietung von "Silence" erfolgt, das alles andere als leise daher kommt und mich immer weiter in den Bann des Albums zieht. "Rome" baut sich wunderbar auf, vor allem das letzte Drittel beeindruckt mit ausgesprochener Schönheit: Auch hier wird auf einen gewissen Spannungsbogen gesetzt, der in einen wunderbaren Part mit choralen Background-Vocals gipfelt und nicht nur ein am Ende eingespieltes Publikum, sondern auch den geneigten Zuhörer zum Jubeln bringt.
 
Die goldene Mitte wird mit "Their Passage, The Light" belegt, einem instrumentalen Stück, das einen leicht orientalischen Hauch rein bringt und für eine kurze Verschnaufpause sorgt, ehe es mit "Collision" wieder in die von MOTHER OF MILLIONS geschaffenen Prog-Sphären zurück geht. Der stete Aufbau findet sich auch in "Collision" wieder und erweist sich besonders in der zweiten Hälfte als echtes Highlight. "The Rapture" ist ein weiteres kurzes Instrumental-Zwischenstück, das zu den letzten beiden Songs des Albums hinführt. Mit "Spiral" wird auch umgehend wieder in die Progressive-Kerbe gehauen und MOTHER OF MILLIONS fahren erneut komplexe, beeindruckende Geschütze auf und beeindrucken vor allem mit den Gitarren-Wänden im letzten Drittel. "Sigma", der namensgebende Song des Albums, schließt selbiges mit ruhigen Klängen ab und ganz, ganz langsam löse ich mich von dem Bann, den MOTHER OF MILLIONS in den 41 Minuten Spielzeit auf mich ausüben und kehre wieder in die Wirklichkeit zurück. Eine Wirklichkeit, in der sich neben Schuld, dem Schweigen der Massen und der Schweigespirale glücklicherweise aber auch mindestens genauso viele schöne Dinge finden lassen.
 
Lange Schwärmerei, kurzer Sinn: MOTHER OF MILLIONS legen so viel Kreativität, Einfallsreichtum, Modernität und Abwechslung in "Sigma", dass man gar nicht anders kann, als dieses Album als Paradebeispiel für genau das, wofür Progressive Metal für mich steht, heranzuziehen: Diversität, Komplexität und Abwechslung. Ein beeindruckendes Werk einer Band, von der man in Zukunft sicherlich noch so einiges hören wird.


Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (17.01.2018)

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