BLEEDING GODS - Dodekathlon

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VÖ: 12.01.2018
Bandinfo: BLEEDING GODS
Genre: Black / Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Auch wenn Nuclear Blast Records von den wahren Experten immer wieder als Mainstream-Label, das sich lediglich auf Geldmacherei mit den üblichen Verdächtigen beruft, abgestraft werden, wird das den Donzdorfern nicht mal ansatzweise gerecht, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre mit etwas weniger Arroganz betrachtet. Zu unglaublichen Erfolgen gehört auch unglaublich harte Arbeit und seit längerer Zeit investiert man diese auch wieder vermehrt in verheißungsvolle Bands, die den Sprung schaffen wollen - wohlgemerkt nicht nur unter den Flaggen von Arising Empire und SharpTone. Dazu darf man wohl auch die Niederländer BLEEDING GODS, die mit "Dodekathlon" dieser Tage ihr Zweitwerk und Labeldebüt veröffentlichen, zählen, die sich lyrisch auf die bisher weitestgehend unberührten Pfade des Hercules begeben und die zwölf Prüfungen, welche ihm zuteil geworden sein sollen, thematisieren und in ein symphonisches Blackened-Death-Metal-Gewand hüllen.

Ganz so abwechslungsreich wie die Heldentaten des griechischen Heros fallen die insgesamt - wer hätte es anders erwartet - zwölf Stücke zwar nicht aus, dennoch kann und darf man der Dame und den Herren das Potenzial in dieser Formation nicht absprechen. Im selben Atemzug bleibt aber auch zu vermerken, dass BLEEDING GODS zukünftig ihr Profil schärfen müssen: Wollen sie ohne Keyboard verweilen, könnte ihnen das Alleinstellungsmerkmal abgehen, wollen sie mit Keyboard verweilen, sollten sie sich dringend um eine Festanstellung eines fähigen Keyboarders bemühen. "Dodekathlon" hebt sich nämlich genau deshalb von vergleichbaren Bands aus Holland und Polen ab, weil es den stilsicheren wie präzisen Todesbleihagel um melodische und orchestrale Arrangements, die der gewählten Thematik einen passenden Rahmen verleihen, erweitert. Ohne die Tastentöne wären Songs wie "Bloodguilt", "Multiple Decapitation" oder auch "From Feast To Beast" nämlich instrumental mehr als solide, irgendwie aber auch austauschbar. Den Beleg dafür findet man im thrashigen "Birds Of Hate", das sich weitestgehend von der harmonischen Komponente abnabelt und kaum von aktuellem Kram der Marke DEW-SCENTED oder auch SINISTER zu unterscheiden ist.

Sollten sich BLEEDING GODS einmal ihrer Ausrichtung bewusst sein, gilt es, das Songwriting zu verbessern, um punktgenauere Strukturen erarbeiten zu können. "Dodekathlon" hat ab der zweiten Albumhälfte etwa nämlich teils erhebliche Schwierigkeiten dabei, der Eintönigkeit zu entwischen und weitere Höhepunkte im Stile von "Seeds Of Distrust" zu markieren. Die sich bei ziemlich genau einer Stunde einpendelnde Spielzeit setzt dem Zweitling der Niederländer zu, weil manche Kompositionen ("Tripled Anger", "Hera's Orchard") ziellos umherirrend nach einprägsamen Momenten haschen - vergeblich, wie sich nach den sieben und sechs Minuten beider Songs herausstellt.

Nichtsdestotrotz kann man auf "Dodekathlon" eine Vision erkennen, die die Richtung der nächsten Jahre vorgeben könnte, wenn man denn an dieser ansetzen sollte. Bis dahin bleiben BLEEDING GODS zweifellos ein interessanter "Newcomer", der hiermit einen okayen Stilmix mitsamt neugierig machendem Textkonzept veröffentlicht hat, beim nächsten Werk aber besser auf den Punkt kommen und etwas mehr Abwechslung bieten müsste, um den aktuellen Status wirklich attackieren oder gar überwinden zu können. SEPTICFLESH und FLESHGOD APOCALYPSE sind allerdings auch nicht direkt als Meister ihrer Sparte getauft worden, sondern mussten sich ihre Identität und vor allem ihr Songwriting über viele Jahre hinweg erarbeiten.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (16.01.2018)

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