AVATAR - Avatar Country

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VÖ: 12.01.2018
Bandinfo: AVATAR
Genre: Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Die verrückten Schweden AVATAR meldeten sich kürzlich mit einem neuem Album zurück. Wurde im Vorgänger "Feathers & Flesh" noch von einer Eule, die sich auf Abenteuerreise begibt, erzählt, hat sich die Band in ihrem achten Longplayer "Avatar Country" gleich ein ganzes Königreich erschaffen. Kommen Sie, sehen Sie, staunen Sie! - Oder blieb doch eher alles beim Alten?

Bei diesem Album tut man gut daran, sich den genauen Titel seiner Lieblingssongs einzuprägen, "irgendwas mit King" bringt einen hier nämlich nicht sonderlich weit. Das K-Wort, mit dem man zu diesem Album aufgrund der Häufigkeit ein hervorrangedes Trinkspiel machen könnte, kommt in jedem einzelnen Songtitel vor.

Nach dem kurzen feierlichen Intro in Form von "Glory To Our King" wird mit "Legend Of The King" ein rasanter Einstieg mit schnellem Gitarrenspiel geboten, der schon mal aufhorchen lässt. Nach rasanter Einstimmung in Überlänge darf man sich über eine Begrüßung des Königs höchstpersönlich freuen. "The King Welcomes You To Avatar Country" fährt anfangs sogar mit leichten Country-Einschlägen auf. Der Refrain besitzt echten Ohrwurm-Charakter und oftmals bekomme ich diesen noch zwei Tage, nachdem ich den Song gehört habe, einfach nicht aus dem Kopf. Allerdings eine mehr als willkommene Abwechslung zu dem nervigen Blödsinn, der sich sonst so in meine Gehirnwindungen verirrt und dort in Dauerschleife rotiert. "King's Harvest" und "King After King" sollen hierbei besondere Erwähnung finden. Beide Songs bestechen durch die von AVATAR in den letzten Jahren perfektionierte Mischung aus Melodie und Härte. Zweiterer ist ebenso ein handfester Ohrwurm-Anwärter und eignet sich wunderbar zum Mitsingen oder -grölen, je nachdem. Auch "The King Wants You" und "A Statue Of The King" sind gute Beispiele für den Sound, den man von den Schweden mittlerweile gewohnt ist und mit dem sie in den letzten Jahren eine gewisse Berühmtheit erlangt haben. Die wilde Achterbahnfahrt schließt mit zwei Instrumentalsongs ab und nach knapp 43 Minuten Spielzeit ist die Besuchszeit im verrückten Königreich von AVATAR auch schon wieder vorbei.

Insgesamt bekommt man von AVATAR genau das, was man erwartet hat: Ein gut aufeinander eingespieltes Konzept an Songs, die das von der Band perfektionierte Zusammenspiel von Melodie und Härte gekonnt wiedergeben. Von ein paar richtig einnehmenden Momenten und den im Besonderen erwähnten Songs abgesehen, vermochte es "Avatar Country" allerdings nicht, mich vollkommen von sich zu überzeugen. Anfangs ist man noch beeindruckt vom angezogenen Tempo und dem mitreißenden Sound, irgendwann verlieren sich Imposanz und Gesang aber doch im immer gleichen und über die Jahre gewohnten Trott und im Laufe der Spielzeit läuft "Avatar Country" größtenteils Gefahr, zu einem einzigen, gut abgemischten Uptempo-"Einheitsbrei" zu verschmelzen. Ein rasantes Album, das durchaus Unterhaltungswert aufweist, bei mir allerdings nicht auf Dauerrotation laufen wird.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (05.02.2018)

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