THE MÖLES - Out Of Control

Artikel-Bild
VÖ: 21.10.2017
Bandinfo: THE MÖLES
Genre: Hard Rock
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Mein Gehirn macht schon bei dem Bandnamen Party – ich kann nichts dafür, das passiert von allein. Vor meinem inneren Auge tanzen sofort nachdem ich THE MÖLES entdeckt habe Maulwürfe mit Sonnenbrillen – muss man nicht verstehen, ist trotzdem so.

So viel zum geistigen Zustand meiner Wenigkeit, jetzt zu wichtigeren Dingen: THE MÖLES sind eine Schweizer Band, 2008 gegründet und angeblich des Öfteren verglichen mit Größen wie AC/DC, MOTÖRHEAD, AIRBOURNE oder ZZ TOP. Wow. Also DAS reicht eigentlich schon, man muss sich eigentlich schon allein deshalb ihre Platte anhören, um diese Vergleiche zu prüfen.

Nach Inspektion der Bandfotos sei gesagt: in puncto Bärte noch nicht wie ZZ Top. Außerdem sind sie irgendwie süß, die Jungs von THE MÖLES, was soll das denn? Lemmy war auch nicht süß! Mal hören, ob ihre Musik das Image jetzt noch rettet.

 

„Can’t Ever Get Enough“ fährt schon mal brauchbar weg, der Groove stimmt und man erwischt sich (ich mich) beim Mitwippen. Eingängig à la AC/DC, so viel ist schon mal gesichert. Gesanglich bin ich nach dem ersten Track noch nicht ganz überzeugt, aber was nicht ist, kann noch werden.

„I Want You“ – die Sache mit den griffigen Titeln ihrer Songs haben THE MÖLES schon mal verstanden. Zum Mitsingen geeignet, die Message ist verständlich, die Gitarrenriffs solide. Noch fehlt mir der THE MÖLES-Moment, das gewisse Etwas, der Kick, den es braucht. Musikalisch kann ich nicht meckern, aber gerade in der Ecke ist es mit diversen wohlklingenden Beispielen im Kopf schwierig sich ein Alleinstellungsmerkmal zu erspielen.

„Out Of Control“ kommt meinem Wunsch nach – hier habe ich das erste Mal das Gefühl, die Essenz von THE MÖLES zu spüren. Schwierig zu beschreiben warum, aber „Out Of Control“ klingt nicht so austauschbar mit x anderen Songs aus der Vergangenheit. Allein wie die Gitarre da jault – oh boy. Das ist der Stoff, aus dem Träume gemacht sind. Bitte, lass es so weitergehen.

„Perfect Smile“ zeichnet ein verdammt heißes Bild, untermauert von erdigen Riffs ein richtiger „Hosntürlöffner“ (und ja meine lieben deutschen Leser, ich habe KEINE Ahnung wie ich das Wort jetzt noch adäquater übersetzen soll. Sorry.)

„Going To The Mill“ und „Dublin Time“ machen in dem gleichen Tempo weiter, Verschnaufpausen sind den MÖLES eher ein Fremdwort. Macht aber nichts, für den eingefleischten Rocker sind derartig feine Riffs im Hintergrund annähernd so entspannend wie für die Yogis das Plätschern einer Wasserwand.

„Road To Rock“ hat wieder einen eher eigenwilligen Groove, aber macht Laune. Jedes Mal wenn der Track doch Gefahr läuft etwas eintönig zu werden, retten sie sich mit feinster Gitarrenarbeit – geschickt eingefädelt!

Wenn der DJ in der Rockerkneipe des Vertrauens „Down On Your Knees“, „Late Night Out“ und „Rock’n’Roll Is All We Need“ hintereinander spielen würde, würde ihm wahrscheinlich irgendwer (vermutlich per Facebook, direkt anreden ist irgendwie nicht mehr so in) nahe legen, mal bisschen eine abwechslungsreichere Playlist zu erstellen. Das ist auch ein bisschen die Krise in die mich die MÖLES stürzen – einerseits sind sie musikalisch fein und irgendwie liebenswert, andererseits laufen sie permanent Gefahr sich in ihrem eigenen Sound ins Abseits zu spielen. Immer wieder lässt einen der Gitarrensound aufhorchen, das sind so die Momente die die Sympathie aufrechterhalten.

„No Way Out“ versöhnt mich wieder, hier zeigen die MÖLES eine Art von Eigenständigkeit die sich bei einigen Tracks zuvor vermissen ließ. Man kann nicht alles neu erfinden, das ist absolut klar, aber bei „No Way Out“ zeigen sie auf verspielte Art und Weise, dass man durchaus aus bekannten Zutaten noch Zeug mischen kann das den Hörer packt.

Mein Fazit: Gehört haben die MÖLES die ganz großen Bands bestimmt bis zum Abwinken, denn so einen Sound erspielt man sich nicht einfach so uninspiriert. Verstanden haben sie das Prinzip, technisch ist die Basis da auf welche man bauen kann, jetzt fehlt nur noch ein bisschen Mut zum Experiment. Man kann natürlich auch sagen: Wir sind zufrieden damit, so zu klingen wie (fügen sie hier bitte eine Rockband ihrer Wahl ein) und das war’s dann auch. Glaub ich aber nicht, dass das reicht – und Potenzial ist da.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lee (27.01.2018)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Rockhouse Bar
ANZEIGE