PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS - The Age Of Absurdity

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VÖ: 26.01.2018
Bandinfo: PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS
Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Na, das nenne ich mal Kindererziehung richtig gemacht: Was macht Papa Phil mit seinen Jungs, damit ihnen nicht fad wird und sie brav bleiben? Papa geht mit ihnen ins Studio und nimmt ein Album auf, im konkreten Fall "The Age Of Absurdity", den ersten Longplayer der Papa & Sohn Band PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS mit MOTÖRHEAD-Mitglied Phil Campbell als Papa an der Gitarre. Und weil man Wert auf britische Klassik legt – jetzt aber in Richtung BEATLES gedacht – nahm man nicht nur in Wales auf, sondern es gab auch ein Mastering der Sonderklasse in den Abbey Road Studios in London.

"The Age Of Absurdity" enthält elf Songs und einen Bonustrack. Die erste Single bzw. gleichzeitig der Opener "Ringleader" haut sofort voll auf den Putz und präsentiert genau die Art von treibenden und heavy Riffs, die man von Phil Campbell erwartet. Und natürlich ist der Sound – wie zu erwarten war – sehr von MOTÖRHEAD geprägt. Eigentlich fehlt hier nur mehr die Reibeisenstimme von Lemmy, und schon wäre ein neuer MOTÖRHEAD-Song perfekt. Was aber leider nie wieder sein wird. Wir können uns nur mit diesem Ersatz begnügen, der nicht schlecht ist. Neil Starr ist eine ziemliche Röhre am Mikro, ich befürchte aber, dass er immer wieder mit Lemmy verglichen werden wird, und insofern wird er es nicht leicht haben bei seinen Gesangseinsätzen für Phils Band.

Der erdige, bodenständige und raue Rock mit Whiskey-Attitüde zieht sich durch das ganze Album (Beispiel: "Dropping The Needle"), nur hie und da wird es leichter, bluesiger bzw. geht es in Richtung Southern Blues Rock mit Mundharmonika ("Dark Days", echt lässig diese Nummer und klasse Solo). Neil versteht es runder und weicher zu singen und nicht nur auf rau zu machen, so zeigt er bei "Freak Show" oder "Get On Your Knees" andere Sangesqualitäten als bei der ersten Nummer. Fetzig-schnellen und bassgeschwängerten Rock hören wir bei "Gypsy Kiss". "Welcome To Hell" bietet mit bearbeiteten Vocals modernere Klänge und zeigt eine gewisse Eigenständigkeit.

Mit "Into The Dark" gibt es einen schönen, ruhigeren, hardrockigen Abgang, der jetzt keine Ballade sein mag, aber doch einer dieser Herz-Schmerz-Songs ist, die musikalisch mit ihrem ruhigen Rhythmus und einer eingängigen Melodie unter die Haut gehen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich das gefühlvoll gespielte Gitarren-Solo bzw. die Riffs generell, die die Lyrics zu diesem Verlust-Song widerspiegeln.

Es gibt auch einen sehr bekannten Bonustrack auf dem Album: ein Cover von HAWKWINDS "Silver Machine", aufgenommen mit den Gitarren und Vocals von Dave Brock (HAWKWIND).

Fazit: Sehr MOTÖRHEAD-lastig – no-na. Warum sollte man ändern, was sich jahrzehntelang bewährt hat. Und Phil Campbell darf das auch. Seine Bastards würzen aber doch regelmäßig die Songs mit Eigenständigkeit und bringen modernere Elemente und vor allem eine andere Tonhöhe beim Gesang ein.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (25.01.2018)

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