NECROPHOBIC - Mark Of The Necrogram

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VÖ: 23.02.2018
Bandinfo: NECROPHOBIC
Genre: Black / Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

NECROPHOBIC haben auf ihrem bald 30 Jahre währenden Lebensweg (2019 ist es soweit) mit dem Debüt, "Hrimthursum" oder auch "Death To All" schon so einige (schwedische) Extreme Metal-Klassiker heraufbeschworen, so dass "Womb Of Lilithu" in der Rückschau vergleichsweise zwar keineswegs schlecht, irgendwie aber dennoch blass anmutet. Mit dem eher unschönen Exitus von Tobias Sidegård (wurde aufgrund seiner strafrechtlichen Verurteilung wegen häuslicher Gewalt zu Recht gegangen) und dem Wiedereinstieg von Ursänger Anders Strokirk hat sich bei den Stockholmern allerdings einiges zum Positiven gewendet, da man nicht nur ihn, sondern auch das ikonische Gitarrendoppel Ramstedt / Bergebäck reaktivieren konnte und mit "Mark Of The Necrogram" nun zum neuen alten Triumphzug ansetzen möchte. 

Um diesen planmäßig umzusetzen, greifen NECROPHOBIC auf ihrem achten Sakrileg auf einen in knapp drei Dekaden angewachsenen, vielseitigen Fundus zu und schöpfen dieses Arsenal, wohl auch durch die belebenden Besetzungswechsel, voll aus, ohne sich dabei unterbewusst zu einem Abziehbild der eigenen Vergangenheit herabzustufen. Dass man gleichzeitig auch keine Revolution in der finsteren Zitadelle der Schweden erwarten darf, sollte allerdings genauso wenig wie die Tatsache, dass das imposante Bauwerk zum wiederholten Male die visuelle Front ziert, überraschen - NECROPHOBIC bleiben natürlich Traditionalisten. Dass dabei dennoch ein Hauch von Frische durch die von infernalisch-rotem Schein erleuchtete Grotte weht, ist wohl auch der Tatsache zu verdanken, dass die beiden Gitarren-Rückkehrer in den letzten Jahren alles andere als überproduktiv waren und demzufolge spürbar unverbraucht ihre Expertise nachweisen können. 

Egal, ob kompromisslos-rasante Blackened Death-Attacken im Stile des eröffnenden Titeltracks, "Sacrosanct" oder auch "Crown Of Horns", eher typisch schwedisch-melodisch gelagerte Stücke wie "Tsar Bomba" (hier könnte man sogar an AMON AMARTH denken), "Odium Caecium" und "Pesta" (die atmosphärischen Intros der beiden letztgenannten stechen dabei besonders positiv hervor), oder die im Midtempo angelegten "Lamashtu" und "Requiem For A Dying Sun", NECROPHOBIC nutzen ihr geräumiges Unterweltsinterieur für die anstehende Offensive aus, ohne die eigens gesteckten Grenzen zu überschreiten. Das alles findet auf einem durchweg sehr guten Niveau statt, wobei es der weitestgehend zufriedenstellenden Produktion gerade in den unbarmherzigen Momenten an Kanten und Biss mangelt, wodurch man das allerletzte Quäntchen Bösartigkeit irgendwie vermisst.

Ungeachtet dessen ist "Mark Of The Necrogram" genau das Album, das man von NECROPHOBIC in dieser personellen Konstellation erwarten würde: weder überraschend noch abgenutzt oder gar altbacken zelebrieren die Schweden auf neun gleichwertigen Stücken (mitsamt dem stimmigen Outro "Undergången") ihre eigens geschaffene Nische zwischen pechschwarzen Harmonien und skandinavischem Death Metal. Einen direkten Vergleich mit den Bandklassikern möchte ich mir abschließend eher nicht anmaßen, da diese sowieso nach persönlichem Gusto variieren; mit Sicherheit lässt sich aber festhalten, dass das stilistische Kredo dem oftmals unnachgiebigen Nagen des Zahnes der Zeit auch im Jahre 2018 Paroli bieten und gleichzeitig ein Werk aufwerten kann, das sich dadurch selbstbewusst unmittelbar im Dunstkreis seiner zumeist hochklassigen Vorgänger aufhält.

Nicht mehr ganz aktuell, aber durchaus interessant ist übrigens unser INTERVIEW, das wir mit der Band am Kaltenbach Open Air im Sommer 2017 gemacht haben!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (19.02.2018)

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