VICTORIUS - Dinosaur Warfare - Legend Of The Power Saurus

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VÖ: 26.01.2018
Bandinfo: Victorius
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Einige werden sich bereits bei Titel und Artwork denken "What the actual f*ck"? Und ja, damit behalten sie natürlich recht! VICTORIUS hauen uns hier bereits visuell etwas um die Ohren, oder besser gesagt Augen, das Schwankungen von "Please kill me" bis hin zu "Affentittenlasergeil" zulässt. Natürlich soll das Ganze mit einem zwinkernden Auge betrachtet werden, denn spätestens GLORYHAMMER lehrten uns mit ihren zwei Werken, dass epischer Power Metal sich nicht stets bierernst nehmen muss und dem geneigten Fan dennoch einen epicgasmus beschert.

Musikalisch geht es dann auch tatsächlich so kitschig und Klischee-beladen in die Vollen, wie es zu erwarten war. Das kurzweilige Intro vereint Lasergeballer mit Dinosauriergeschrei und prinzipiell lässt sich das auch ohne weiteres auf die folgenden fünf Songs übertragen. Der Titeltrack könnte gut und gern als eine Hommage an SABATON und BLOODBOUND rausgehen, schlägt soundtechnisch nämlich EXAKT in diese Kerbe. Aber ich rechne es den Jungs hoch an, dass sie gar nicht erst versuchen, die Innovationskeule zu schwingen, frei nach dem Motto "What you see is what you get!". Einzig und allein die Texte nehmen sich natürlich nicht ganz so ernst – "Mighty Dinoforce, rise and never fall!"... Das sagt, denke ich, alles. Dennoch macht der uptempolastige Track Laune und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Aufgabe erfüllt! "Legend Of The Power Saurus" grenzt sich nur minimal von seinem Vorgänger ab, integriert nebst der zwei genannten Bands EInflüsse von DRAGONFORCE, die gerade bei schwindelerregenden Geschwindigkeiten nicht fehlen dürfen als Referenz! Kurzweilig und spaßig, anders lässt sich das Gehörte auch hier nicht umschreiben. Es ist plump und simpel, aber man drückt sich in Form von VICTORIUS ja ganz bewusst diesen Stempel auf. Sonst wäre eine kurze knackige EP unter diesem Banner nicht möglich gewesen. Die folgenden Nummern verändern ihr Rezept nicht – viel Melodie, viel Geschwindigkeit, viel Kitsch und viel Klischee. Als insgesamt größter Einfluss müssen hier sicherlich noch GAMMA RAY genannt werden, die aber ohnehin als eine DER Institutionen des Power Metals made in Germany eine Vordbildfunktion übernehmen und als Inspirationsquelle dienen.

Kurz gesagt: Man muss diesen epischen, schleimig kitschigen Scheiß einfach mögen. Nur dann wird der geneigte Metalhead seine vorhandene oder eben nicht vorhandene Mähne zum Kreisen animieren und das Teil abfeiern für das, was es sein will. Lieber gut geklaut als schlecht neu erfunden! So lautet hier die Devise und niemand kann bei dem Artwork samt Titel behaupten, man hätte ihn vor unvollendete Tatsachen gestellt. Wer für ein paar Minuten mal die Birne ausschalten will, der ist hier goldrichtig!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Sonata (19.02.2018)

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