HEAVATAR - Opus II - The Annihilation

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VÖ: 26.02.2018
Bandinfo: Heavatar
Genre: Power Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Dass Klassik und Metal gemeinsam funktionieren können, muss, glaube ich, anno 2018 nicht mehr unter Beweis gestellt werden, doch versuchen HEAVATAR ohnehin, einen etwas anderen Ansatz zu integrieren. Bereits 2013 war es Stefan Schmidt, seines Zeichens auch als Sänger bei VAN CANTO unterwegs, der HEAVATAR mit dem Debüt ins Leben gerufen und sich gewissermaßen der Klassik verschrieben hat. Ob Chopin oder Vivaldi, diverse Künstler aus dem klassischen Bereich werden auf besondere Art und Weise gewürdigt, was sich auf "Opus II - The Annihilation" fortsetzt.

"None Shall Sleep" wird uns als Opener aufgedrückt und meistert diese Aufgabe sehr gut! Ein kurzweiliges powermetallisches Stück, das mit einem ordentlichen Härtegrad gepaart mit ohrwurmverdächtigen Melodien auf den Hörer niederprasselt. "Into Doom" zeigt uns tollen mehrstimmigen Gesang, der von knackigem Riffing abgelöst wird. Stefan Schmidt offenbart eine große Bandbreite und bedient sowohl hohe als auch tiefe Tonlagen. Ähnlich wie beim Opener wird hier geklotzt und nicht gekleckert. Stimmige Strophen und ein erneut kurzweiliger Chorus, der punktgenau funktioniert. "Purpose Of A Virgin Mind" strebt einen etwas anderen Aufbau an, hält sich erstmal bedeckt und lässt uns nur erahnen, was für ein gewaltiger Refrain auf uns wartet. Den vollen Genuss gibt's erst nach der zweiten Strophe und so komme ich nicht umher, "Purpose Of A Virgin Mind" als eines der Highlights der Scheibe zu betrachten. "Hijacked By Unicorns" bringt dann auch zumindest ein stückweit Kitsch mit sich, entführt uns im Chorus aber durchaus in ein interessantes Rhythmusgefilde. Der Titeltrack bedient sich zu Beginn einer der wohl bekanntesten Stücke aus der Klassik – Beethovens 5. Symphonie. In der Folge ballert der Track ordentlich aus den Boxen und beschert uns einen sehr markanten Refrain, der nicht so ausgelutscht und schon tausend mal da gewesen wirkt wie so vieles aus der Power Metal Szene. "A Broken Taboo" bringt uns einen spannenden Aufbau, der sich zu Beginn über viel Atmosphäre definiert und in der Folge einige Streicher um sich scharrt. Mit zunehmender Dauer gewinnt das Stück an Intensität und lässt unweigerlich Gänsehaut aufkommen beim grandiosen Chorus. Dieser Melodie begegnen wir auch bei der akustischen Ballade "An Awakening" und dem Abschluss "A Look Inside". So schließt sich der Kreis und entlässt uns nach einem epischen Abenteuer in den Feierabend. Für die, die es brauchen, gibt es noch ein knackiges Cover zu MANOWARS "Metal Daze", aber gebraucht hätte es dieses ausdrucksstarke Werk definitiv nicht.

Auch nach langer Abstinenz haben HEAVATAR nichts von ihrer Magie verloren und ich würde sogar behaupten, dass sie nochmal eine Schippe draufgelegt haben im Vergleich zum Vorgänger. Die Musik wurde in den zehn Tracks ansprechend verpackt und bietet das ein oder andere Highlight. Auch die Elemente aus dem klassischen Bereich wurden toll in Szene gesetzt, nehmen aber nicht zu viel Raum für sich ein. Ein rundum gelungenes Werk, das dem Fan der melodischen Klänge tolle Stunden bescheren wird!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (23.02.2018)

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