OCEANS OF SLUMBER - The Banished Heart

Artikel-Bild
VÖ: 02.03.2018
Bandinfo: Oceans of Slumber
Genre: Avantgarde
Label: Century Media Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

Lieber Luzifer-Fan, kriegsgeiler Todesbleifetischist, truer Einhornmetaller, einfacher Hipster oder sensible Kuschelrockerin: Falls du deine Scheuklappen bei OCEANS OF SLUMBERs Meisterwerk "Winter" (hier geht’s zum Review) nicht abgelegt hast: hier kommt der nächste Versuch, deinen Horizont zu erweitern. Die texanische Truppe rund um Frontfrau Cammie Gilbert präsentiert uns mit "The Banished Heart" ihr drittes Full-Length-Album. Ob es erneut ein derart richtungsweisendes Genre-Medley ist? (laut eigenen Angaben reicht das Repertoire immerhin von Country über Jazz zu Extrem Metal und beinhaltet auch noch alles, was dazwischen liegt).

Pro:
Was bereits beim ersten Hören auffällt, ist die äußerst gefühlsbetonte Stimmung des Albums. Laut Drummer und Produzent Dobber Beverly wurde der Songwriting-Prozess von emotional höchst aufwühlenden, sehr persönlichen Erfahrungen begleitet, und das hört man! Emotional ist in diesem Fall aber nicht zu verwechseln mit einfach nur depressiv oder düster, "The Banished Heart" handelt vielmehr von der Rückkehr ins Leben, nachdem lange, hoffnungslose Zeiten überstanden worden sind.
Die technischen Fähigkeiten der Band sind (wie sollte es auch anders sein? Anm. d. Red.) nach wie vor höchst anspruchsvoll und Cammies Stimme wirkt sogar noch stimmiger als auf "Winter". Begleitet wird sie von einem schier unerschöpflichen Stil-Sammelsurium: schwärzestes Höllenfeuer, das jeden Pandabär vor Neid erblassen lässt, MG-Salven, wie sie bei keiner guten Death Metal-Band fehlen dürfen, Blasts, Shouts, irre Gitarren-Soli und Piano- oder Synthie-Klänge, die einem durchaus feuchte Augen bescheren können. Doch stets dienen all diese Elemente Cammies Stimme, denn sie ist kein akustisches oder optisches Beiwerk, sondern die Seele der OCEANS OF SLUMBER.

Contra:
Falls du das Review zu "Winter" gelesen hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass dieser Text bisher äußerst ähnlich gehalten ist. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, das liege an der Faulheit des Autors, doch der Grund ist ein anderer: Denn so gut "The Banished Heart" auch ist, so austauschbar wirkt es im Vergleich zu "Winter". Daran ändert auch der Gastauftritt von EVERGREYs Tom S. Englund beim Song "No Color, No Light" nichts.

Captains Fazit:
Muss ein Album, das einen hervorragenden Vorgänger hat, noch "besser" sein, um ebenfalls als hervorragend bezeichnet zu werden? Irgendwie schon, irgendwie nicht... Immerhin versuchen OCEANS OF SLUMBER einfach nur, Kunst zu schaffen: Kunst, die das Leben an sich, mit all seinen schweren und schmerzhaften Facetten abbildet, wie z.B. den Titelsong und insbesondere dessen Ende. "The Banished Heart" ist nämlich dermaßen ergreifend, dass es allein wegen dieses Songs sehr schwer fällt, nicht die Höchstpunktezahl zu vergeben.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Captain Critical (02.03.2018)

WERBUNG: Czech Death Fest
WERBUNG: Rockhouse Bar