ROAD TO JERUSALEM - Road to Jerusalem

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VÖ: 02.03.2018
Bandinfo: ROAD TO JERUSALEM
Genre: Progressive Hardrock
Label: ViciSolum Productions
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Lineup  |  Trackliste

Treffen sich zwei Dänen, ein Schwede und ein Ami in einer Bar ... und gründen KEINE Metal-Band ... So unglaublich das auch klingen mag; es ist wahr! Obwohl die Voraussetzungen eigentlich perfekt wären. Aber fangen wir von vorne an. Die Rede ist von ROAD TO JERUSALEM, einem in Kopenhagen angesiedelten Quartett, bestehend aus Josh Tyree (USA), Michael Skovbakke (Dänemark), Andreas Holma (Schweden) und Per Møller Jensen (Dänemark). Was die eben erwähnte Metal-Band betrifft, stünde dieser eigentlich nichts im Wege. Die Männer kommen aus gutem (Melodic) Death Metal- bzw. Thrash Metal-Stall. Michael Skovbakke und Per Møller Jensen machten sich bei KONKHRA vedient und Andreas Holma tingelt hin und wieder mit SOILWORK und SCAR SYMMETRY herum.

Bei ROAD TO JERUSALEM geht es jetzt aber mal um was ganz anderes. Mit „A fresh approach to heavy music“ beschreiben sie selber ihr Schaffen. Und ihr selbstbetiteltes Album präsentiert tatsächlich etwas, das man in den oben angegebenen Genres ganz bestimmt nicht einordnen kann. Stattdessen gibt es – wie kann man es beschreiben? – Grooviges. Neun progressive, rockige Tracks, melodisch, innovativ strukturiert, mit einem Kopfnicken in Richtung 70s Retro, ohne dabei staubig zu wirken. Josh Tyrees Vocals untermalen den gesamten Sound mit Reibeisen-Charme. „Andromeda’s Suffering“, der eröffnende Track, umfasst schon mal das Spektrum an Ideen und Klangbildern, das einen erwartet: psychedelic-metaphorische Lyrics, spannende Rhythmik, klingelnde Gitarren und Melodien, die wie farbige Blasen in einer Lavalampe herumwabern. Härteres gibt es auch, unter anderem mit dem pulsierenden „Village“ und „Behold In Now“. Im Großen und Ganzen fühlt sich „Road To Jerusalem“ aber überraschend intim an; ein Album, das man sich als Live-Gig in einem kleinen, verqualmten Club vorstellen kann; ein Album zum Zuhören, nicht unbedingt zum Abrocken. Weitere spannende Anspieltipps in diesem Sinne sind „Under Your Skin“ und „Widowmaker“.

Der Ausflug in neue musikalische Gefielde ist ROAD TO JERUSALEM gelungen. Statt Brachialem gibt es Cleanes, hin und wieder sogar leicht Filigranes, und donnernde Bässe und Bassdrums wurden von beeindruckenden und einfallsreichen Patterns abgelöst. Das Ganze so abwechslungsreich wie ein Smørrebrød, belegt mit schwedischem Hering und New Yorker Pastrami. Lecker!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (03.03.2018)

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