SAVAGE HANDS - Barely Alive

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VÖ: 02.03.2018
Bandinfo: SAVAGE HANDS
Genre: Alternative Rock
Label: Sharptone Records
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Lineup  |  Trackliste

Wie das Album, so die Review: Kurz, knackig, und hoffentlich mindestens so überzeugend. SAVAGE HANDS aus den USA machen sich mit ihrem Debüt „Barely Alive“ interessanter, als es zunächst scheint. In insgesamt sieben Songs verbinden die Newcomer überraschend gelungen Elemente des ‚klassischen‘ Pop-Punk, des Post-Hardcore und des eher progressiv ausgerichteten Metalcore, was aber in der Eingängigkeit der gesamten Platte etwas untergeht.

Schon mit der ersten Single „Red“ war ich gewissermaßen davon überzeugt, dass SAVAGE HANDS interessante Akzente setzen könnten. Das gekonnte Songwriting und der unbeschwerte Sound, der hauptsächlich von der ziemlich starken Stimme Mike Garrows getragen wird, versprachen einfach etwas fürs Ohr. Nach mehreren Durchläufen zeigte sich aber, dass die eigentliche Stärke von „Red“ fast schon in den Hintergrund rückt: Die Riffs und Drums bilden ein Kontrastprogramm zu den Pop-Punkigen Gesängen und positionieren sich stellenweise auf einer progressiven Schiene, in der man sich passagenweise fragen muss, wie zur Hölle man diese großartige Arbeit überhören konnte. Dieser Grund offenbart sich vor dem Hintergrund des gesamten Albums schnell: SAVAGE HANDS wissen, dass sie einen starken Frontmann haben und gute Melodien schreiben können, trauen sich daher aber nicht, Risiken einzugehen. Das zeigt sich sowohl beim insgesamt härteren „Know It All“, beim eingängigen Titelsong „Barely Alive“ oder auch beim Rausschmeißer „Your Own Hell“. Jeder Song der Platte ist auf seine Weise gut geworden, SAVAGE HANDS setzen definitiv auf Qualität statt Quantität. Einziger Fehlgriff auf „Barely Alive“: „Taken“. Wehleidige Pop-Punk Balladen haben in dieser Form schon vor Jahren genervt und sind (eigentlich) unter dem möglichen Niveau der Band. Schade.

SAVAGE HANDS spielen auf „Barely Alive“ ihre Stärken aus, scheitern aber phasenweise an den Schwächen allzu starrer Genregrenzen. Nichtsdestotrotz ist der Sound mehr als rund, das Songwriting on point und das Album wirkt wie aus einem Guss. Im Angesicht der noch sehr jungen Bandgeschichte stehen die Zeichen allerdings nicht schlecht, dass SAVAGE HANDS nach einem guten Start das Selbstbewusstsein packt, und sie sich in den kommenden Jahren von den Fesseln des Norm-Cores befreien. Man darf zuversichtlich sein, dass hier noch internationaler Erfolg der größeren Sorte zu erwarten ist. Die einzige Hürde ist hier vermutlich, über den eigenen Schatten zu springen und ein Risiko einzugehen.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (05.03.2018)

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