BLACKMORE'S NIGHT - Winter Carols (2017 Edition)

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VÖ: 06.10.2017
Bandinfo: BLACKMORE'S NIGHT
Genre: Mittelalter Rock
Label: Minstrel Hall Music
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Lineup  |  Trackliste

Einige Releases sind einer Besprechung im eigentlichen Sinne nicht würdig. Wir alle kennen und bemängeln die Releasepolitk von Bands und Labels zugleich. Remasters, Re-Releases, Neuaufnahmen und Co. bedürfen keinerlei Vorstellung. Wo Neuaufnahmen aufregend sein können, weil eine Band ihre eigene Vergangenheit aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, so belangloser sind Remasters. Diese sind nämlich in erster Linie für geübte Ohren geeignet, der Ottonormalverbraucher wird keine wesentlichen Unterschiede erkennen. Auf der untersten Sprosse dieser Leiter stehen Re-Releases, da sie meist gar keinen nennenswerten Mehrwert besitzen. Klar, hier und da wird in den Archiven gekramt, um irgendeine halbherzige B-Seite zusammenzustellen und dem ganzen Ding überhaupt einen Selbstzweck zu verleihen. Aber meistens kommt dann so etwas total unnützes dabei heraus wie die 2017er Version von "Winter Carols". Denn diese ist die EXAKTE Kopie des 2013er Re-Releases plus drei Songs.

Auf das Albums selbst wurde im Jahre 2006 bereits genug eingegangen. Das Original selbst war keine besonders dolle Sternstunde im Blackmoreschen Releasekosmos, was die Entscheidung, genau dieses Ding nochmal zu veröffentlichen, eh schon in Frage stellt. Es gab genau einen Blackmore-Song, nämlich "Winter (Basse Dance)", welcher nicht als Klassiker gezählt wird. Der Großteil der weiteren Kompositionen basiert auf Juan Rodrigo's "Fantasia Para Un Gentilhombre" und ist auch eher am unteren Ende der Excitement-Skala einzureihen. Garniert mit allseits bekannten Weihnachtsliedern und fertig ist die Kitschsuppe. Daher: Gerade nach der durchaus rentablen Best-Of Zusammenstellung "To The Moon And Back" macht diese Veröffentlichung keinen Sinn. Und dementsprechend fällt auch die lieblose Zusammenstellung der B-Seite auf, die mit ein paar Live-Aufnahmen und gleich vier (!) verschiedenen Versionen von "Christmas Eve" äußerst dürftig ausgefallen ist. Die größte Fanverkackalberung ist aber, dass die groß angepriesene Neuauflage den exakt gleichen Kontent bietet wie der bereits 2013 erschienene erste Re-Release plus drei neue Songs. Damit denke ich, ist zu Sinn und Zweck dieser Kiste hier alles gesagt.

Wir warten derweil auf die nächsten vernünftigen Releases von Herrn Blackmore, denn da steht ja auch in naher Zukunft Interessantes an! Frohe Ostern!



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wilsberg (17.03.2018)

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