HARAKIRI FOR THE SKY - Arson

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VÖ: 16.02.2018
Bandinfo: HARAKIRI FOR THE SKY
Genre: Black Metal
Label: Art Of Propaganda Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

"Arson" – Teelicht oder Flächenbrand? Akustische Belästigung oder Offenbarung?

HARAKIRI FOR THE SKY (HFTS) sind wieder da und versuchen mithilfe von "Arson" – also Brandstiftung – neuerlich ein mächtiges, alles verschlingendes Feuer zu entfachen. Seit der Veröffentlichung des mehr als starken dritten Albums "III: Trauma" sind nur schlappe eineinhalb Jahre vergangen. Die Stammformation rund um M.S. (Matthias Sollak) und J.J. (V. Wahntraum) hat mittlerweile Verstärkung bekommen, denn kein Geringerer als ein gewisser Herr Krimh (bekannt durch Engagements bei BEHEMOTH, DECAPITATED oder SEPTICFLESH) schwingt jetzt die Studio-Drumsticks. Keine großen Veränderungen, mit Ausnahme eines etwas verstärkten Piano-Einsatzes, gibt es hingegen in der Ausrichtung der Musik. Den Hörer – also vielleicht genau Dich – erwarten knapp 70 Minuten voller mannigfaltiger, emotionsfokussierter Klangwelten, in denen Platz ist für Melancholie, Aggression, Chaos und Ordnung.

Das Zündeln beginnt mit "Fire, Walk With Me". Der Song klingt gemütlicher als sein lyrischer Inhalt, ist für HFTS-Verhältnisse beinahe fröhlich und stellt trotzdem eine gelungene Einstimmung auf das Folgende dar. Ein erstes Lichtlein brennt!
Irgendetwas, irgendjemand fängt Feuer, und "The Graves We've Dug" führt uns zu den Grablichtern des Friedhofes. Dort sind Galgen zu sehen, doch die Gräber bleiben leer. Das Feuer war wohl (noch) nicht stark genug…
Doch wie die meisten wissen, Feuer muss nicht töten, denn verletzen kann es auch, und "You Are The Scars" lässt uns das spüren. Seelische Wunden zu vertonen und den Hörer dadurch mitfühlen zu lassen ist die Stärke von HFTS. Aber dieses Mitfühlen kann gefährlich sein (siehe Fazit), vielleicht sogar süchtig machen. Als Gegenmittel wird deshalb ein Tanz empfohlen: der "Heroin Waltz". Im Dreivierteltakt kann man versuchen, seine Emotionen wieder in den Griff zu bekommen. Vom gleichzeitigen Konsum anderer Rauschmittel als "Arson" wird jedoch abgeraten.
Kommen wir zu "Tomb Omnia". Instrumental betrachtet ist der Song nichts außergewöhnliches (also abhängig vom musikalischen Geschmack genauso gut oder schlecht wie alle bisherigen Album-Titel), doch das Lesen der Lyrics hat mich sehr nachdenklich gemacht, um nicht zu sagen: emotional berührt. Aus Respekt möchte ich hier ganz bewusst sämtliche Metaphern und Floskeln ausklammern, denn V. Wahntraum offenbart uns Einblicke in sein finsterstes Seelenleben, ein fast schon intimer Moment. Wen das nicht abschreckt, dem sei dessen andere Band KARG empfohlen (siehe z.B. hier), oder auch der nächste Track: "Stillborn", sowohl Vertonung als auch Verschriftlichung reinster Depression.
Bleibt noch "Voidgazer", ein fast schon hoffnungsspendender und damit würdiger Abschluss des melancholischen Flächenbrandes.


Captains Fazit:
HARAKIRI FOR THE SKY entfachen wieder einmal ein mächtiges Feuer. Freunde des Genres werden sich schwer tun, "Arson" nicht zu mögen. Es enthält sieben, mit Bonustrack – dem GRAVEYARD LOVERS-Cover "Manifesto" – acht Songs, die erwiesenermaßen höchst emotionserregend sind. Der Konsum sollte daher verantwortungsvoll und in einer gesicherten Umgebung stattfinden. Für Nebenwirkungen wird nicht gehaftet!

 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Captain Critical (16.03.2018)

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