THEOTOXIN - Consilivm

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VÖ: 04.05.2018
Bandinfo: THEOTOXIN
Genre: Black / Death Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Geiles Logo!

Damit das auch geklärt wäre und ich mir eine langwierige Ausführung über die Ästhetik und die Ikonographie der verbildlichten Bandnamen erspare.

Kurz zur Vorgeschichte: THEOTOXIN wurden 2016 von Flo Musil, der zusammen mit seinem damaligen Bassisten Joachim Tischler und den Frick-Brüdern seiner Liebe für Blastbeats und möglichst schneller, brachialer Musik nachgehen wollte und will, aus dem Nachlass von ZOMBIE INC. heraus gegründet. 

Das erste Album "Atramentvm" wurde im März 2017 von uns sträflich vernachlässigt, das neue Werk "Consilivm" kommt im Mai und soll nicht unbeachtet bleiben. Black/Death der gehobenen Güteklasse, dargeboten von äußerst fähigen Knaben heimischer Scholle. Und mit ihrer Mission (siehe oben) reüssieren sie. Woran das Gros der Black/Death-Phalanx scheitert, genau das gelingt den Wienern scheinbar ohne allzu große Probleme: Brauchbare Songs zu schreiben, die den systemimmanenten Krawall mit einem hohen Maß an Wiedererkennungswert verbinden.

Damit das auch gelingt, vermengen die Hauptstädter ausgiebige Blastsektionen immer wieder gerne mit intelligent strukturierten Midtempopassagen, die den Vortrag weg vom Dauerabriss hin zu, ja, richtigen Songs ziehen lässt. Sehr stark immer wieder in diesen getrageneren Songparts die Gitarrenarbeit, die hier grandiose Akzente zu setzen weiß. "Getragen" muss man natürlich im Kontext von "Consilivm" sehen, nicht dass hier jemand glaubt, dass wir es bei THEOTOXIN mit einer verkappten Doomband zu tun haben. Das ist lupenreiner Black/Death der heftigen Sorte. Der Mittelteil von "Yersenia Pestis" steht hier exemplarisch für den nicht geblasteten Tritt in den Unterkiefer. Hier gelingt es THEOTOXIN, mit einer unter dem Inferno liegenden Akkustigitarre mächtig Stimmung zu erzeugen. Und auch hier klingt man gerne wie die Salzburger Platzhirsche von BELPHEGOR. Keine Kopie, aber Österreichs Vorzeigezerstörer sind halt ein Gigant, an welchem man schwer vorbeikommt.

Sehr geil auch die Gesangsarbeit von Havres Heremita (man braucht nicht DER Insider zu sein um zu wissen dass es sich um den Bruder eines der Gitarristen handelt), der die orthodox-blasphemischen Moritaten mit Verve und Gusto keift, kreischt und schreit. 

Insgesamt, so komm ich zum Resümee, zeigt der österreichische Black-Death-Untergrund, dass mit THEOTOXIN massiv zu rechnen ist. Insgesamt ist der Sound natürlich brutal aber nicht zu übermastered, am Lautstärkenkrieg hat man hier glücklicherweise nicht teilgenommen. Diese Unsitte alles und jeden mit einer übersteuerten Soundlawine niederzumetzeln wurde, dem Gehörnten sei Dank, gediegen umschifft. Flo hat mir darüber hinaus auch noch gesagt, dass das Schlagzeug nicht getriggered wurde sondern alles genau so von ihm eingehämmert wurde. Freunde, da kann man nur seinen Hut ziehen vor dieser Leistung.

Kenner und Freunde pechschwarzer Musik mit Können und Stil wissen, was sie erwartet. Sie bekommen mit dem zweiten Album von THEOTOXIN eine dreiviertel Stunde deftiges Gebretter mit hohem Wiedererkennungswert. 

Das muss man erst einmal so machen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (01.05.2018)

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