GOOD TIGER - We Will All Be Gone

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VÖ: 09.02.2018
Bandinfo: GOOD TIGER
Genre: Progressive Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Der gute alte Zakk Wylde fordert ja immer „bring metal to the children“. Der Berzerker meint es wohl nicht ganz so ernst, aber Bands wie GOOD TIGER sind sicher gut geeignet, Metal (in seiner weitesten Auffassung) einem jüngeren Publikum bekanntzumachen. Schon das Vorgänger-Album „A Headful Of Moonlight“ war ein gutes Beispiel für massen- und jugendkompatiblen, progressiven Metal.


Also alles, was irgendwie mit viel Melodien, viel Gitarrengefudel und keinem (allzu) bösen Gesang zu tun hat. Und gut in dieser Szene verankert sind die Jungs ja, nachdem sie bei Kapellen wie den ARCHITECTS, TESSERACT und SAFETY FIRE mitmach(t)en. „We Will All Be Gone” ist jetzt die zweite gemeinsame Scheibe der Jungs, und allzu viel hat sich nicht verändert seit „A Headful Of Moonlight“. Ein bisschen merkt man der Band die mittlerweile längere gemeinsame Tour-Zeit an, man spielt sich immer wieder mit Ideen, wirft sie zwischen den unterschiedlichen Musikern hin und her und klingt generell eingespielter.


Was aber auch auffällt, ist der stärkere Fokus auf den Gesang, die Riffs und die Progressivität treten im neuen Soundgewand deutlich in den Hintergrund. An und für sich nichts Schlechtes, weil Fronter Eliot Coleman einer der besseren seiner Zunft ist und mit der größeren Verantwortung gut umgehen kann. Allerdings sind die vielen stimmlichen Verrenkungen auch in höhere Tonlagen auf Dauer etwas ermüdend – etwa beim entspannt anfangenden „Grip Shoes“, das dann aber mit zunehmender Dauer unentspannter wird. Und ab und zu wird offensichtlich eher Richtung Charts geschaut, wenn die (an sich guten!) Refrains dann bis zum Abwürgen wiederholt werden.


Auch bei anderen Songs sind gute Ansätze vorhanden, es wird aber dann am Ende zu wenig daraus gemacht, zum Beispiel bei „Blueshift“, das mit einem lässigen Drum-Groove anfängt, dann aber abdriftet, oder das knackige aber etwas ziellose „Such A Kind Stranger“.
Dafür sind die besseren Songs auch richtig gut, gerade am Anfang der Scheibe finden sich mit „The Devil Thinks I'm Sinking“, „Float On“ oder „Salt Of The Earth“ echte Hochkaräter. Auch das fein daher groovende „Nineteen Grams” oder die abschließende Halb-Ballade „I'll Finish This Book Later“ haben es in sich.


Und so bleibt am Ende ein leicht zwiespältiges Urteil: das Schielen auf Massenkompatibilität und der eine oder andere Durchhänger auf der einen Seite, das gelungene Zusammenspiel der Musiker und einige Hochkaräter auf der anderen Seite. „We Will All Be Gone” schafft es auf jeden Fall über den Durchschnitt, aber nicht allzu weit darüber hinaus.
 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Luka (03.04.2018)

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