CALIBAN - Elements

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VÖ: 06.04.2018
Bandinfo: CALIBAN
Genre: Metalcore
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

CALIBAN haben mit ihrem letzten Werk "Gravity" durchaus nochmal einen interessanten Wandel hingelegt und Andy die kompletten Vocals überlassen. Im Klartext bedeutete das, dass sich der junge Herr auch an den Cleans versucht hat, die sich natürlich anders als bei Denis etwas harscher gestaltet haben. Irgendwas fehlte, doch gleichzeitig war es erfrischend, da die Platte trotz etwas mehr eingeschränkter Vocals ordentlich Gewalt mitgebracht hat. "Elements" würde nun den nächsten Schritt wagen. Das wäre zumindest die logische Schlussfolgerung. Die Realität sieht hier leider etwas anders aus.

Stilistisch hat man sich kaum bis gar nicht abgewandt vom Vorgänger. Andy ist als einziger Vocalist präsent, abgesehen von den Gastauftritten seitens Matthias Tharnath (NASTY) und Sebastian "Sushi" Biesler (ESKIMO CALLBOY), die beim deutschen Track "Ich Blute Für Dich" am Start sind. Im Gesamtumfang des Songs fallen die beiden allerdings kaum auf, doch scheinen CALIBAN ja durchaus auf den Geschmack gekommen zu sein, was deutsche Titel anbelangt. Ein durchaus wuchtiger Song, der insgesamt aber doch etwas unspektakulär zurück bleibt. Der dritte und letzte Gastauftritt findet sich beim Track "Before Later Becomes Never", wo CJ McMahon (THY ART IS MURDER) sich zu Andy gesellt. Einer der melodischeren Tracks, der durchaus gut ins Ohr geht, aber keine sonstigen innovativen Merkmale aufweist. Ansonsten bestimmt Andy das Geschehen, und da greife ich auf den obigen Satz zurück.

Andy hat seine Vocals sicherlich ausgebaut und bringt auch eine gewisse melodische Komponente mit. Allerdings ist er natürlich trotzdem limitiert, was den Gesang betrifft. So driften viele Songs ein wenig in die Belanglosigkeit ab, weil ihnen die Vielfalt abhanden kommt. Gut umgesetzt wurde das Konzept beim Opener "This Is War", der ein bisschen an eine Light-Version vom grandiosen "We Are The Many" erinnert. Ein wirklich würdiger Einstieg, der alle Wände einreißt und seine Brutalität perfekt in Szene setzt. An anderen Stellen geht der Platte einfach die Luft aus. Ob nun bei der Single "Intoxicated" oder dem zähen "My Madness", den Songs fehlt die Substanz. Ich habe das Gefühl, eine zweite Version von "Gravity" zu hören und das kann ja nicht der Anspruch sein. Solide ist das sicherlich alles, aber der große Wurf bleibt hier aus. Gerade wo Andy seine Vocals ausgeweitet hat, hätte man ihn doch noch schöner mit Denis in Szene setzen können.

So ist es irgendwie nix Halbes und nix Ganzes. Die Songs ballern nicht genug, um mich in Sachen Härtegrad abzuholen und sie bieten zu monotone Melodien, um sich über diese Komponente ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen. So haben wir hier eine solide Platte, die nahtlos das fortführt, was der Vorgänger begonnen hat, aber für mehr reicht es leider nicht. Versteht mich nicht falsch. Das Album ist keine Katastrophe, aber am Ende des Tages erwarte ich von einer Genre-Institution dieses Kalibers einfach mehr als ein zweites "Gravity".



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Sonata (06.04.2018)

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