Deep Purple - Bananas

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VÖ: 00.00.2003
Bandinfo: DEEP PURPLE
Genre: Hard Rock
Label: EMI Music
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Lineup  |  Trackliste

"Bananas... wie sind die bloß auf diesen Titel gekommen?" dachte ich, als ich zum ersten Mal darüber gelesen hatte. Die Geschichte dazu ist typisch Purple: Roger Glover sah in einer Zeitung ein Foto eines Mannes, der versuchte, einen Banenbaum auf sein Motorrad zu packen. Er meinte schrzhaft zu Ian Gillian: 'Sieh mal, ich hab den Titel für unser neues Album: Bananas!' Ian erwiderte staubtrocken ironisch: 'Yeah, gute Idee...' - und die Idee war geboren.

Zum musikalischen: "Bananas" ist ein ungemein vielseitigs Album. Gab es auf den Studioalben der letzten Jahre immer wieder mal zumindest die eine oder andere Nummer, die man ungeduldig weggeskippt hat, sind die Bananas-Tracks durch die Bank eingängig. Im Grunde schließt "Bananas" nahtlos an "Abandon" an, es ist nur einen Tick besser. Im Detail:
1. House Of Pain: Ian Gillian beweist gleich von Beginn an, daß seine Stimme immer noch eine der rockigsten im Biz ist. Ich schaue nochmal ins Booklet, um mich zu vergewissern, ob tatsächlich Don Airey die Orgel bedient - klingt als wäre es good old Lord himself.
2. Sun Goes Down: diese Nummer walzt vermutlich alles gnadenlos nieder, was sich ihr in den Weg stellt. Bereits hier etabliert sich Don mit Leichtigkeit als volles DP-Mitglied.
3. Haunted: YES! Als ich diese Ballade zum ersten Mal bei Rock am See in Piberstein hörte, bekam ich Gänsehaut. Haunted (übrigens die erste Single) ist für DP-Verhältnisse ungewöhnlich kommerziell, aber eine sensationelle Nummer!
4. Razzle Dazzle: braucht ein paar Durchläufe um "warm" zu werden - gefällt mir persönlich am wenigsten auf "Bananas".
5. Silver Tongue: starke Heavy-Nummer. Steve Morse läuft zur Hochform auf.
6. Walk On: die zweite eher ruhige Nummer auf "Bananas". Ebenfalls sehr eingängig. Einer meiner Favoriten auf diesem Album, wunderschöne sieben Minuten!
7. Pictures Of Innocence: Geile Nummer, die sich (wieder mal) sehr durch Ian´s starke musikalische Leistung auszeichnet.
8. I´ve Got Your Number: Achtung! Irgendwo in der Mitte (ca. bei 2:40) beginnt ein langsamer Part. Die anschließenden Solos von Steve und Don sind von einer Qualität, wie man sie bei DP bisher nur 'live' serviert bekommen hat. Großartig!
9. Never A Word: neuerlicher Cool-Down, ausgesprochen gefühlvoll umgesetzt.
10. Bananas: der Titelsong. Iaaaan Paaaiiice!! Gewaltiger Rhytmus, stillsitzen ist hier unmöglich. Alle fünf Purples agieren hier technisch brilliant!
11. Doing It Tonight: Lebt vor allem durch Steve´s großartiges Solo und einen Rap-Part im Mittelteil.
12. Contact Lost: Mit einem Steve Morse-Instrumental klingt "Bananas" genial gefühlvoll aus. Diese serh berührende Nummer entstand im Gedenken an die Opfer der Columbia-Katastrophe, welche einen guten Kontakt zur Band hatten. Erinnert ein wenig an "4 Minutes To Live" vom Morse Album "Stressfest".

Leider "fehlt" die Studioversion der - auf der Concerto-Tour entstandene - sensationellen Nummer "The Well-Dressed Guitar", welche Gerüchten zufolge auf dem nächsten (also diesem) Studioalbum hätte erscheinen sollen.

Für mich ist "Bananas" die beste DP-Scheibe seit langem. Jon Lord-Nachfolger Don Airey paßt sehr gut in die Band, obwohl - oder gerade weil - er den Sound nicht so gravierend verändert hat, wie vor ein paar Jahren Steve Morse. Deep Purple beweisen jedenfalls einmal mehr, daß man noch lange mit ihnen rechnen darf.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (10.09.2003)

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