CRIPPLED BLACK PHOENIX - Horrific Honorifics

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VÖ: 09.03.2018
Bandinfo: CRIPPLED BLACK PHOENIX
Genre: Post-Rock
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Als Überbrückung bis zum nächsten Album kredenzen uns die Briten CRIPPLED BLACK PHOENIX knapp vor dem Verabschieden aus dem gemeinsamen Markt noch eine EP mit Covern diverser, recht verschiedener Künstler. Ihr letztes Album "Bronze" ist schon eine Weile her, derweilen, bis zum kommenden Werk, dürfen wir uns an ein paar äußerst gelungenen Hommagen an ihre (seine, Justin Greaves) Helden erfreuen.

Hierbei werden so verschiedene Bands wie die SWANS, NO MEANS NO oder die THE SENSATIONAL ALEX HARVEY BAND recht geschickt mit eigenem Anstrich versehen. Das auch unter Zurhilfenahme von honorigen Gästen. Belinda Kordic singt das von der MAGNOLIA ELECTRIC CO im Original stammende "Will-O-The-Wisp" und schrammt je nach Geschmack an extrem atmosphärisch oder ziemlich nervig herum. Eigenständig ist der Song auf jeden Fall. ARBOURETUMs "False Spring" hat als Opener  eine deftige Psychadelic-Schlagzeite, erinnert mich aber in seiner deftigen Negativität an einige Wüstenrocker der 90er. Definitiv ein Highlight mit seinen dichten Gitarrenwändern und dieser nicht-enden-wollenden Atmosphäre. Psychadelic-Desert-Rock. Oder so ähnlich. Das von den SWANS im Original stammende "The Golden Boy Swallowed By The Sea" punktet durch die erneut sehr prägnante, schmeichelnd-samtig-lamentierende Stimme von Daniel Änghede. 

NO MEANS NO kenne ich zwar, der Song "Victory" ist mir jetzt aber auf Abruf nicht umgehend bekannt gewesen. Das wird sich wohl nicht ändern, weil die Interpretation des Tunes hier eher zäh ist. Der Song ist mit seinen acht Minuten eindeutig zu lang geraten. Hier steht die Stimme von Hr. Änghede sich selbst etwas im Weg. Zu eindimensional, zu volatil steht sie den doch recht kernigen Riffs etwas ratlos gegenüber.

Song Nummer Fünf, THE GOD MACHINEs "In Bad Dreams" erinnert an PINK FLOYD. Gut, damit kann man selten etwas falsch machen. Passt.

Zum Abschluss noch "The Faith Healer" von ALEX HARVEY in einer stark angepassten, aber glücklicherweise dadurch recht spannenden Version. Diesem Pub-Rock-Klassiker verpassen CRIPPLED BLACK PHOENIX einen knackigen eigenen Anstrich, der auch hier wieder ein wenig nach Wüste riecht. Ein interessanter Abschluss zu einem insgesamt spannenden Experiment der Briten. 

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (30.04.2018)

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