RAIN DIARY - Black Weddings

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VÖ: 30.03.2018
Bandinfo: RAIN DIARY
Genre: Gothic Rock
Label: G-Records
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Lineup  |  Trackliste

Sphärisch und kurz. Ein gezähltes Intro zum neuen Album von RAIN DIARY, das Stimmung auf das Kommende macht.

"Toxic Blue" mag zunächst wie ein poppig angehauchtes Machwerk klingen, doch dann brummt es aus Boxen respektive Kopfhörern. In manchen Teilen ertönen Sounds, die aus den alternativen 80ern zu stammen scheinen. Der hohe Gesang wird vom tiefer gepitchten Bass kontrastiert, was dem ganzen kaum einen Abbruch tut.

Berlin, Berlin, wir fahren nach ... Nein! Nicht fahren, auch keinen fahren lassen. Vielmehr hinhören. "Berlin" ist keine Verschmelzung von Lauri Ylönen (Sänger, THE RASMUS) mit einem schnelleren Produkt aus den Gehirnwindungen von PROJECT PITCHFORK und textlich beim ersten Hinhören eher simpel gehalten. Das Besingen des Zurück-Kehren-Wollens nach Berlin als Stilmittel? Kann man machen. Insgesamt eher eine Na-Ja-Nummer.

"We are here, we are now" zeugt von Unruhe und Getrieben-Sein, auf dem Weg in das Jetzt. Bass und Drums tragen die musikalische Hauptlast, kontrastiert durch Gesang und Gitarrenparts, um ein stimmungsvolles Ganzes zu hinterlassen, welches auch nach Ende des Stückes in den Gehörgängen nachklingt. Sehr schön.

Die schwarze Hochzeit ("Black Wedding") scheint so etwas wie ein musikgewordener Nachruf auf das Ergebnis der Roten Hochzeit in Westeros zu sein. Poetisch-melancholisch mit einer Spur Dystopie. Das musikalische Federvieh, auch "Swans" genannt, erscheint in sich stimmig, hebt sich allerdings kaum von der schwarzen Hochzeit ab. Selbst zu Beginn der ersten Strophe wirkt es so, als sei sie noch ein Teil des Intros. Beim ersten Instrumental-Part tritt etwas mehr Tempo auf, ein Teil, der sich (in Variation) wiederholt. Hallt allerdings länger, als man hört.

Im Blumstrauß dieses Albums darf natürlich nicht ein Verweis auf selbigen fehlen. "Flowers", ein rockigeres Stück mit Druck, welches einen guten Kontrast bildet. Kein Gestrüpp, dennoch dornig im Vergleich zu den sanften Knospen zuvor. "Unified" klingt nach dem Versuch, klassischen Gothic-Rock mit der heutigen Ausprägung dieser Musikrichtung zu verbinden. Darauf lässt sich angesichts der Schlagzeug-Spur denken, die etwas nostalgisch Erinnerungen an den Klassiker "Lucretia, my Reflection" der zur Instanz gewordenenen THE SISTERS OF MERCY wachruft. Dazu passend ein rhythmischer Bass-Teil. Insgesamt eine schöne Nummer.

Mit "Everything is painted falling" haben RAIN DIARY ein musikalisch reduziertes Werk geschaffen. Hauptohrenmerk liegt auf dem Gesang, der unterstrichen wird von Streichern und zu Pads eingedampften Keyboad- und Schlagzeug-Teilen. 

Abschließend sei noch auf "Kill the Disco" hingewiesen. Rockig-Synthig. Hat was von Pop-Punk und lädt zum Feiern ein.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (24.04.2018)

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