GUS G. - Fearless

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VÖ: 20.04.2018
Bandinfo: GUS G.
Genre: Hard Rock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Kaum lehnt sich Luke Skywalker bei Star Wars zurück, greift er zum Bass und widmet seine Aufmerksamkeit dem Mikrofon. Verkehrte Welt! Spaß beiseite. GUS G. hat, anders als bei seinen ersten beiden Solowerken, eine feste Band im Rücken, die das neue Album "Fearless" eingespielt hat. Darunter Dennis Ward, der optisch mittlerweile tatsächlich Parallelen zum Jedimeister aufweist. Ziemlich badass, wie lässig er im Video zu "Letting Go" seine Mähne kreisen lässt. Als dritter Mann im Bunde hat sich  Will Hunt (u.a. EVANESCENCE, BLACK LABEL SOCIETY) dazu gesellt. Das Konzept der ersten Werke wurde also komplett über den Haufen geworfen und wir werden, wie etwa auch bei FIREWIND, mit einer festen Band konfrontiert.

Ist das musikalisch denn auch ein Faktor, der sich bemerkbar macht? Definitiv! Das Album als Gesamtes wirkt bedeutend homogener, auch wenn ich meinen Spaß an den Experimenten hatte, die der sympathische Grieche mit diversen Sängern durchgezogen hat. Dennoch hat man mit "Letting Go" einen Opener geschaffen, der von Sekunde eins an so dermassen aus den Boxen knallt, dass es sich gewaschen hat. Das ironische an der Sache ist, dass die Nummer mehr nach FIREWIND klingt als deren gesamtes letztes Album "Immortals". Lassen wir jetzt einfach mal so stehen. Eine knackige Nummer, die nach vorn geht, im Chorus auf die Bremse tritt, dafür aber umso mehr Groove und Melodie diesen Platz einnehmen lässt. "Mr. Manson" startet mit einem dominanten Bass und verschreibt sich insgesamt noch mehr der Groove-Fraktion. Ein Melodic Hardrock-Erguss vom Allerfeinsten! Ich fühle mich stellenweise an JADED HEART erinnert, was nicht zuletzt an Mr. Ward liegt, der eine sehr ähnliche Stimmfarbe wie Herr Fahlberg an den Tag legt.

"Don't Tread On Me" könnte sogar glatt genau so auf einem JADED HEART Album stehen. Haben die Deutsch-Schweden etwa an dem Album mitgewirkt? Könnte man zumindest meinen. Die Fans wollten desweiteren mehr Instrumental-Tracks seitens Gus auf die Ohren bekommen, was der Mann sich nicht zwei mal sagen hat lassen! Mit dem Titeltrack und "Thrill Of The Chase" finden wir unter den zehn Tracks gleich mal zwei dieser Vertreter vor. Der Titeltrack baut im Intro virtuose Akustikparts ein, während der Rest sich fast schon auf einer powermetallischen Ebene bewegt, die (wieder) an FIREWIND erinnert. "Thrill Of The Chase" könnte gut und gerne an den Hardrock-Sound der 80er angelehnt sein, mit einer kleinen Portion Glam Rock. GUS G. bearbeitet seine Klampfe hier fast schon auf kitschige Art und Weise, wenn ihr versteht, was ich meine.

Mit "Money For Nothing" hat man sich diesmal auch an eine Coverversion gewagt. Ich denke, dass die DIRE STRAITS stolz wären, denn GUS G. hat es geschafft, dem Song einen eigenen Touch zu verleihen und ihn trotzdem wie eine tolle Hommage wirken zu lassen. So haben wir trotz fester Band einen bunten Blumenstrauß, den es zu entdecken gilt, der aber, wie eingangs erwähnt, homogener daher kommt als der Vorgänger. Ich wurde zu Beginn nicht wirklich warm mit dem Album, was mit der Zeit allerdings verging. Vielleicht fehlt hier der allerletzte Punch, der dieses Werk von anderen aus dieser Sparte abhebt, doch wir haben hier mindestens ein solides Werk aus dem Genre Hard Rock vorliegen, so viel ist sicher! 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sonata (20.04.2018)

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