AWOOGA - Conduit

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VÖ: 20.04.2018
Bandinfo: AWOOGA
Genre: Progressive Hardrock
Label: Rockosmos
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Lineup  |  Trackliste

AWOOGA… kam mir irgendwie bekannt vor, der Begriff. Hatte Bart Simpson das früher nicht immer geplärrt? Ach nee, es war Dave Lister aus der Kultserie „Red Dwarf“, damals in den 90ern.  Okay, Nerd-ism mal zur Seite geschoben, der Bandname AWOOGA interessierte mich, entbehrt er doch irgendwie einer gewissen Dramaturgie, die einem Namen aus den diversen Genres harter Musik immer so anhaftet. Was verbirgt sich also dahinter?

„Conduit“, ihr erstes Album in voller Länge (dem schon zwei EPs vorausgingen), hat die Antwort: Ein Mix aus Alternative Rock/ Doom/ Psychedelic/ Prog/ Grunge, der wie eine fette, musikalische Molasses-Welle in die Gehörgänge schwappt. Der Opener „Temporal“ lässt schon deutlich einen der  Einflüsse erahnen, die auf das Trio aus Sheffield, GB einwirken. ALICE IN CHAINS lässt grüßen! Eine Wand aus Gitarren, komplementiert vom mehrstimmigen Gesang webt ein Netz im Kopf, in dem man schnell gefangen ist, und hypnotisiert durch seine anscheinende Simplizität. Anscheinend deswegen, weil AWOOGAs Sound in Wirklichkeit so vielschichtig ist, dass man erst nach dem zweitem oder drittem Hören die Lagen zu trennen vermag.

„Tabula Rasa“ umarmt einen im Stil wie eine alter Bekannter. Grunge at its best! Ein Track, bei dem Vocalist Tam Ali beweist, dass er neben den sanften Tönen auch die tragisch-kratzigen drauf hat.

„Waterhole“ ist der Ohrwurm des Albums. Trotz der großteils schneidenden Gitarrenriffs hat der Song durch seine weichen Harmonien im Refrain und der melodiösen Komposition etwas durchaus Leichtes an sich.  „Blue Rose“ drosselt das Tempo weiterhin ein bisschen und lockt einen in die Psychedelic-Regionen. Sphärisch, ja teils sogar recht filigran wabert dieser Song wie eine Lavalampe umher.

Dann kommt „Bandit“, und reißt abrupt aus dieser entspannten Atmosphäre heraus. Ein Doom-Prog-geladener Headfuck – kompliziert, mit häufigen Tempowechseln und teils herrlich gewollt dissonant.  Das darauffolgende „Witness“ ist der Epos des Albums. Eine elfeinhalb Minuten lange  Achterbahnfahrt. Auf, ab, langsam, schnell – keine Sekunde lang fad. Dieser Track spiegelt das Zitat von Vocalist Tam perfekt wider: “In the exchange between the brain and the mind is the liminal place. This is where we reside. Brutality and tranquillity...”  

“Otherside” ist der Abschluss dieses bemerkenswerten Albums. Reduzierte, elektronisch angehauchte Sounds öffnen die Wolkendecke wie nach einem Gewitter und lassen die ersten Sonnenstrahlen durch. Einmal durchatmen und runterkommen.

Es überrascht nicht, dass Kerrang und Metal Hammer schon auf AWOOGA aufmerksam geworden sind. Mit ihrem Soundmix hat sich die Band eine wiedererkennbare Nische im Business geschlagen, die größere Beachtung verdient.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (25.04.2018)

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