SKELETAL REMAINS - Devouring Mortality

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VÖ: 13.04.2018
Bandinfo: SKELETAL REMAINS
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

DEMONICAL, REVEL IN FLESH, DESERTED FEAR, ENTRAILS - das sind die wohl bekanntesten Namen jener Bands, die es von der F.D.A. Records-Talentschmiede zu größeren Labels und beachtlicher Bekanntheit im Oldschool Death Metal geschafft haben. Und mit den Amerikanern SKELETAL REMAINS, die jüngst mit "Devouring Mortality" ihr Labeldebüt bei Century Media Records gegeben haben, macht sich schon die nächste Formation dazu auf, mit vermeintlich anachronistischen Klängen zur nächsten festen, verlässlichen Institution des Death Metal zu avancieren. Mit etwas anderen musikalischen Methoden, die nicht an Stockholm, sondern an die Hochzeit der niederländischen alten Schule bzw. PESTILENCE im Speziellen (und damit irgendwie natürlich auch an  Amerika und DEATH) erinnern - nicht nur wegen der Stimme, die sich so präsentiert, als wäre Chris Monroy - fragt mich bitte nicht, wie das, also rein technisch gesehen, möglich gewesen sein soll - ein Sprössling von Chuck Schuldiner, Martin van Drunen und Patrick Mameli (das muss sich irgendwann - falls es diesen Zeitpunkt je gegeben haben sollte -, als die beiden letztgenannten Herren sich noch einigermaßen grün waren, ereignet haben). 

Auch nach den ersten instrumentalen Tönen könnte man, fingerschnipsend wie das hyperaktive Genie, das vermutlich jeder irgendwann in seiner Schulklasse hatte, vorlaut „das ist eindeutig oldschooliger Death Metal halb europäischer, halb amerikanischer Prägung!“ in die Runde schreien, verärgert-raunende Kommentare à la „hätte ich auch gewusst“ von eher zurückhaltenden Kollegen (#storyofmylife) ernten und trotzdem die positive Bewertung einsacken, nein, man könnte glatt meinen, man hätte sich auf einer Art nie veröffentlichtem, geistigem Nachfolger von einem "Testimony Of The Ancients" verirrt; wobei den ja - zur Überraschung vieler - PESTILENCE selbst vor kurzem erst mit "Hadeon" veröffentlicht haben. Zumindest fast, aber nicht jeder Band ist es vergönnt, sich nach einigen eher schlappen Vorstellungen überhaupt nochmal in eine derart gute Form zu lenken. Ihr seht schon, ich schweife ab...

...daher geschwind zurück zu SKELETAL REMAINS, deren "Devouring Mortality" für mich sogar eine nicht ganz geringe Steigerung zu dem, was man auf dem Vorgänger "Condemned To Misery" zu hören bekam, darstellt und die dort schon desöfteren aufblitzenden Kompetenzen schärft. Bahnbrechende Weltneuheiten sind die elf Geschosse evidenterweise nicht, aber Killerriffs sind halt nunmal Killerriffs und müssen daher auch nicht den Anspruch besitzen, nach der Entdeckung neuer Lebensformen oder der Kryokonservierung selbiger zu streben. Anstelle dessen praktizieren die Amerikaner gut produzierten (angemessen schroff; kein Vergleich zu dem missraten künstlichen Swanö-Sound der letzten GOD DETHRONED), "ange-tech-ten" Death Metal, der zwischen Midtempo mit technischen Breaks ("Ripperology" und "Torture Labyrinth"), thrashigen Vollgasveranstaltungen ("Devouring Mortality") und manchmal sogar schnörkellos-stumpfen Vorstößen ("Mortal Decimation") schwingt - und all das zusammen gerne auch mal wie in "Catastrophic Retribution" oder "Internal Detestation" vereint.

Und weil das SKELETAL REMAINS so gut gelingt, dass in der Dreiviertelstunde nicht einmal Langeweile aufkommt, kann man für "Devouring Mortality" eine ernstgemeinte Empfehlung ausformulieren, die an all diejenigen gerichtet ist, die eben nicht bei jeder neuen Death Metal-Veröffentlichung pathologisch in „hab' ich alles schon zig mal in deutlich besser gehört“-Tiraden auszucken, weil es a) nicht so wirklich viele Bands gibt, die diese Art von Stahl so gekonnt schmieden und es b) einfach so wunderschön derbe aus dem Wiedergabegerät des Vertrauens dröhnt, dass es einfach eine wahre Freude ist. Achja, bevor ich es vergesse: Dan Seagrave hat beim Artwork auch mal wieder abgeliefert. Das sind keine wirklich neuen Neuigkeiten, aber wenn man schon Komplimente verteilt...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (07.05.2018)

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