THE FLESH TRADING COMPANY - Necromantic Rituals

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VÖ: 03.03.2018
Bandinfo: THE FLESH TRADING COMPANY
Genre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das Demo "River Runs Red" von THE FLESH TRADING COMPANY aus dem unterfränkischen Hassfurt (oder Haßfurt) hat mich bereits 2012 einigermaßen wohlwollend mit dem karg bemosten Haupt nicken lassen, das Debüt "Zombificated" ging kurioserweise spurlos an Stormbringer.at vorbei, das zweite Album "Necromantic Rituals - A Mass To Raise The Dead In Nine Parts" aber ist zu gut, um unter dem Radar unbeachtet zu verschwinden.

In Zeiten, in denen bei der Produktion und beim Mastering der originäre Sound zu einem auralen Tsunami geformt wird, nur um im "Härter-Derber-Deftiger"-Wettbewerb vorne dabei zu sein, besinnen sich die Hatefurter Franken auf einen beinahe schon basal-ursprünglichen Klang der, gepaart mit ursprünglichem Songwriting, durchgehend zu gefallen weiß. Auf einer staubtrockenen Thrash-Basis, die mit zahlreichen Riffs das Fundament legt, webt man geschickt hier Black Metal- und da Death Metal Einflüsse in den eigenen Sound, um ihn einfach noch etwas eigenständiger werden zu lassen.

Womit die Franken zu allererst überzeugen, ist natürlich das Songwriting an sich. Hier gibt es neun Songs. Und zwar wirkliche Songs, Strophen, Refrains, Solo - all das klassiche Zeug eben.

Die 2009 gegründete Band verwendet einiges an Einflüssen, aber das machen sie so geschickt, dass der Vorwurf, eine Kopie zu sein, gar nicht erst aufkommt. "My Funeral" zum Beispielt grätscht irgendwo zwischen Bodoms Nachwuchs und SLAYER, THE FLESH TRADING COMPANY macht sich aber das Quellenmaterial zu Eigen und erschafft mit diesem Song einen richtigen Hit. 

"Geisterwald" schiebt eine flächige Black Metal Variante an das bayrische Tageslicht, dass gitarrenseitig zu begeistern weiß. Textlich erinnert das ein wenig an die Pagan-Knaben, die durch den finstren Tann ziehen. Ich weiß grad nicht, ob die Jungs das ernst meinen, aber manchmal funktioniert die deutsche Sprache nicht wirklich im Metal.

Groovigen Death Metal gibt es bei "Storm Of Steel", während man bei einer Hymne wie dem Opener und Titelstück sowie bei "Franconian Flesh" (siehe Video weiter unten) und "Resurrection Of The Witch" gerne etwas thrashiger bleibt. Die Jungs wissen, was sie können und machen das sehr gut. Stark die Stimme von Patrick, der ein wenig an Bodoms Alexi erinnert. 

Die 36 Minuten Franken-Stahl werden immer wieder mit Hörspieleinspielern garniert, die Songs sind jeder für sich selbst kleine Kunstwerke. Klar, der Thrash Metal wird hier nicht neu erfunden, ich war aber überrascht, wie solide hier Songwriting inszeniert wird. Es gibt sie also doch noch, die Bands, die Songwriter, die sich auf das Lied an sich besinnen und nicht nur mit gesenktem Kopf versuchen, die Schallmauer zu durchbrechen.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (12.05.2018)

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