SHINEDOWN - Attention Attention

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VÖ: 04.05.2018
Bandinfo: Shinedown
Genre: Alternative Metal
Label: Atlantic Records
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Lineup  |  Trackliste

SHINEDOWN sind mittlerweile zu einer Institution herangereift, auf die die Welt blickt, wenn es um Alternative Rock mit einer Prise Grunge geht. In einem festen Rhythmus von drei Jahren schmeißen uns die Amerikaner einen neuen Release um die Ohren und dieses Mal hört er auf den Namen "Attention Attention". Dabei handelt es sich diesmal sogar um ein Konzeptalbum, das quasi beschreibt, wie ein Mensch negative Probleme überkommt und "neugeboren" wird. 

Musikalisch wirkt der Sound auf dem neuen Werk wieder etwas härter in Relation zum Vorgänger "Threat To Survival" und integriert ein paar neue frische Elemente. "Devil" ballert mit ordentlich Wucht aus den Boxen und wird von epischen Sounds gepaart mit fetten Riffs umschmückt. Brent Smith wirkt sehr aggressiv bei dieser Nummer, was zum Songtitel durchaus passt. Als der Track damals als Single veröffentlicht wurde, wurde ich nicht wirklich warm damit, doch mittlerweile taugt mir der "Asskicker" als Opener für das Album wirklich sehr. "Black Soul" kommt insgesamt melodischer daher und erinnert in den Strophen zeitweise an IMAGINE DRAGONS. Der Refrain packt erneut einen ordentlichen Härtegrad aus und beißt sich mit Gewalt in den Gehörgangen fest. Der Titeltrack offenbart einen wirklich typischen SHINEDOWN Sound, zumindest im ohrwurmtauglichen Chorus. Die Strophen hingegen zeigen Brent Smith nämlich nicht mit klassischem Gesang, sondern mit einer Art Rap, der verzerrt wurde. Eine interessante Mischung, die hier gut funktioniert! "Kill Your Conscience" und "Monsters" gehören in meinen Augen zu den zwei schwächsten Tracks der Platte, wobei ich beim erstgenannten Track erneut den Vergleich zu IMAGINE DRAGONS anstrebe. Der Sound passt hier sogar noch besser als bei "Black Soul", bewegt sich kontinuierlich auf einem Niveau, das eher dem Pop Rock zugeschrieben ist. An und für sich kein Problem, aber der Refrain bleibt nicht hängen und zieht sich wie Kaugummi. Ähnlich ist es bei "Monsters" mit dem Unterschied, dass der Refrain hier gefühlt schon 1000 mal existiert hat in ähnlicher Form.

Nebst dieser zwei schwächeren Tracks kommen dann aber auch wieder Kracher wie "Pyro", das mit knackigen Gitarrenriffs besticht und die "Balls" hängen lässt. Interessant sind auf "Attention Attention" dann aber eher Songs wie "Darkside", das sowohl in den Strophen als auch im vermeintlichen Refrain sehr energisch daher kommt. Der vermeintliche Refrain entpuppt sich allerdings als Bridge, die in einen spannend gestalteten Chorus mündet, der von einer catchigen Melodie gepaart mit ordentlich Atmosphäre lebt. Man bleibt automatisch auf diesem Song hängen und so entsteht ein schneller Entwicklungsprozess, der diesen Song hervorhebt. Wo SHINEDOWN drauf steht, dürfen naturlich die obligatorischen Balladen nicht fehlen. Die bekommen wir mit "Creatures" und "Special" dementsprechend serviert! Ersterer verkörpert eine klassische Ballade, die aber durchaus einen schönen Refrain mitbringt und letztgenannter Song bleibt eher auf der akustischen Ebene, ergreift emotional aber definitiv etwas mehr. Der Aufbau gelingt gut und steigert sich bis zum epischen Finale, das naturlich eine dicke Portion Kitsch aufgreift. Brilliant im wahrsten Wortsinn ist der Rausschmeißer. Als getarnte Ballade fühlt man sich fürs erste etwas unbefriedigt, doch kaum ist der ruhig vorgetragene Refrain versiegt, geht das Teil in die Vollen und entwickelt sich zu einem der schnellsten Songs der Platte. Wahrlich eine tolle Überraschung, die sogleich als Highlight des Albums gesehen werden darf. 

Klar, SHINEDOWN erfinden das Rad nicht neu, aber das müssen sie auch gar nicht. Sie haben ihren höchsteigenen Sound gefunden und dieser funktioniert bestens! Zumindest solange die Qualität der Songs stimmt und die stimmt hier bis auf zwei Ausnahmen, wobei selbst die durchaus als solide angesehen werden dürfen. Als Fan der Band darf man also durchaus zufrieden sein mit dem Ergebnis des sechsten Studioalbums, denn es vereint alle Stärken von Brent Smith und seinen Jungs. Dazu gesellen sich ein paar nette Überraschungen, die es zu entdecken gilt und so bleibt am Ende des Tages Zufriedenheit zurück!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (08.05.2018)

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