FISTER - No Spirit Within

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VÖ: 27.04.2018
Bandinfo: FISTER
Genre: Doom Metal
Label: Listenable Records
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Lineup  |  Trackliste

Ein fahrender Zugm der dich in Zeitlupe überfährt. Jeder einzelne Schmerz, den man dabei empfindet, wird in die Unendlichkeit hingezogen. Die Hilflosigkeit frisst einen auf, man ist jedoch begeistert, nahezu fasziniert, wieviel Leid man ertragen kann und am Ende grenzt dieses Leid an eine Sucht. Dieses Gefühl bekam ich, als ich das erste Mal „No Spirit Within“ von FISTER hörte.  Ein harter Brocken, der schwer zu schlucken ist. Doch am Ende lohnt es sich.

Die Welt des Dooms ist schon immer seltsam gewesen. So seltsam wie sie ist, ist sie ebenfalls hypnotisierend. „Disgraced Possession“ geht sofort in die Vollen. Die langegezogenen Schreie und Growls, die lang anhaltenden Akkorde der Gitarre und der Klang der Trommeln, bei dem jeder einzelne Schlag mit so einer Energie ausgeführt wird. FISTER beweist, dass langsame Lieder nicht unweigerlich angenehm wirken müssen. Die Pausen der Vocals werden mit Delay versehenen Gitarrensolos gefüllt. Je länger man der Gitarre lauscht, desto stärker wird der Wunsch, dass das Solo nie enden soll. Schlussendlich spitzt es sich in einer unglaublichen Disharmonie zu, die von Kenny Snarzyk (Vocal, Bass) abgelöst wird.

„Cazador“ beginnt mit dem knarzenden Klang eines umfallenden Baumes. Die gedämpften Gitarrensaiten hallen auch noch sekundenlang nach, was dem ganzen eine unfassbare Stimmung erzeugt. Nach 1:46 bekommt das ganze Lied einen neuen Charakter. Das Tempo wird gewechselt, der Zug nimmt Fahrt auf und schleppt einen mit. Der rasende Trip verliert nach eineinhalb Minuten  an Geschwindigkeit. Angehalten wird er jedoch nicht, sondern behält wieder sein ursprünglich langsames Tempo bei. Kenny Snarzyk (Bass) steht im Vordergrund und übernimmt das brummende Geräusch, welches am Anfang von Marcus Newstead (Guitar, Vocals) gespielt wurde.

Das längste Lied von „No Spirit Within“ trägt den gleichen Namen wie das Album. Hier wird ausführlich für Stimmung und Atmosphäre gesorgt. Kenny Snarzyk (Lead Vocals, Bass) bevorzugt den Sprechgesang und setzt mit Growls oder Shouts Akzente. Nach einer kurzen Passage mit cleaner Gitarre übernimmt der Gesang die Überhand. Kirk Gatterer (Drums) kommt in Fahrt und sorgt für einen schnellen Drive. Es ist eine unruhiges Wechselspiel zwischen langsamem und schnellem Tempo. Gegen Ende kommt der erbarmungslose Zug allmählich zum Stillstand und die Tortur wird beendet.

Eine schmerzhafte Reise welche, anfangs, die Geduld auf die Probe stellt. Hat man sich einmal länger damit befasst lässt einen die Faszination für „No Sprit Within“ nicht mehr los.  FISTER ist meiner Meinung nach eine Doom/Sludge Band in modernem Gewand. Die Soundqualität ist auf einem hohen Level dass locker mit dem Aufnahmestandard der heutigen Szene mithalten kann. Die entstehende Atmosphäre wird hauptsächlich durch die verschiedenen Gitarrensound geschaffen, während die Stimme die gebündelte Energie, welche sich von Hass und Gewalt nährt, erzeugt. Keines der Lieder strahlt Melancholie oder Ruhe aus. FISTER ist angetrieben durch starken, negativen Emotionen die bis zu einem ekstatischen Zustand führen.

FAZIT: Traut euch hineinzuhören, wenn ihr das nötige Durchhaltevermögen besitzt. Ihr werdet nicht enttäuscht!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (05.06.2018)

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