GODSMACK - When Legends Rise

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VÖ: 27.04.2018
Bandinfo: GODSMACK
Genre: Metal
Label: Spinefarm Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Es gibt Dinge, Kunst, Filme, Musik, die man bewusst wahrnimmt. Und es gibt solche, die man entweder aktiv oder passiv ausblendet und jene, die völlig an einem vorüberziehen. Warum auch immer. Zu diesem wittgenstein-ähnlichen Schluss bin ich gekommen, als ich mir hier, mit Verspätung, das neue GODSMACK - Album "When Legends Rise" auf die Arbeitsplatte geholt habe.

GODSMACK sind in den Staaten richtig groß, jenseits der 20 Milionen verkaufte Alben sprechen da ein klares Wort. 20 ist hier auch eine passende Nummer im Narrativ, ist es doch auch 20 Jahre her, dass GODSMACK ihr Debütalbum veröffentlicht haben. Anfangs tummelte man sich noch ein wenig im Nu Metal-Genre, mittlerweile ist das Stadionrock mit einer immer wieder auftauchenden gehörigen Kante Metal (bei "Just One Time" wird recht deftig angeschoben). Das Album lebt, wie immer, von den großen Melodien, die mit der fantastischen Stimme vom Chef kombiniert die elf Songs beinahe durchgängig zu Reissern machen.

Sänger Sully Erna meint, auf das vier Jahre nach dem Vorgänger "1000hp" erschienene neuen Album angesprochen, von einer deutlichen Weiterentwicklung als Songwriter, das Produkt sei ein Album mit einem zeitgemäßeren, erwachseneren Sound. Die Lyrics sind wieder sehr persönlich, sehr emotional. Ob einige Ausflüge sein hätten müssen, der Schülerchor auf "Unforgettable" zum Beispiel, kann man sehen wie man will, aber da stritten sich schon die Nerds bei VOLBEATs "Goodbye Forever" und dem darauf singenden Gospel-Chor.

Die Datenlage ist wie folgt: Das Album ist wirklich gut. Breiter Sound, manchmal sehr eingängig leicht, manchmal richtig hart. Die Songs sind alle in angenehmer, wohl radiotauglicher Länge mit grandiosen Refrains, vorgetragen von der grandiosen Stimme von Salvatore Paul "Sully" Erna. Ein, zwei Songs in der Mitte des Albums sind nicht die Überhits, die Ballade "Under Your Scars" ist ein wenig klebrig und das darauf folgende "Someday" hält auch nicht ganz das Niveau des restlichen, insgesamt aber funktioniert das schon ganz gut. Die deutschsprachige Metaljournaille spricht natürlich von Pop- und Schlagermetal und fasst sich entsetzt während des Linderung versprechenden Abhörens eines 49 mal kopierten NWobHM-Samplers auf einer BASF 90-Kassette an die vor Zorn errötete Stirn während man mit liebevollem Blick die Metalkutte, die einen markanten Geruch abgibt, der dem eines vor drei Monaten verschiedenen Leprakranken nicht unähnlich ist. Gleichzeitig vergewissert man sich gegenseitig in Dortmunder Szenekneipen, dass nur der eigene Geschmack der einzig wahre ist. Der metallische Imperativ.

Der Rest der Welt sieht das entspannter. 

Natürlich sind GODSMACK keine wild arge Metal-Band, aber den Anspruch stellen sie sich nicht. Das ist ein Heavy-Rock/Metal-Album mit starken Songs, mit genügend Abwechslungsreichtum, um es nicht belanglos erscheinen zu lassen und eben einer der besten Stimmen im Genre. Das ist für mich Musik, die ich mir morgens auf dem Weg zur Arbeit oder im Gym anhöre und danach stundenlang gute Laune habe. 

Damit sollte es auch erfolgstechnisch weiter aufwärts gehen, gerne auch im Rest der Welt.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (21.05.2018)

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