HEKATE - Totentanz

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VÖ: 18.05.2018
Bandinfo: Hekate
Genre: Neofolk
Label: Prophecy Productions
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Lineup  |  Trackliste

HEKATE, benannt nach der griechischen Götten der Nekromantie, haben ein neues Machwerk auf die Welt losgelassen.

Majestätisch und erhaben erhebt sich "The Old King" aus der Versenkung des Vergessens. Türen knarren im Nebel, ein leichter Schauer huscht über den Rücken. Ein Stück, das ohne Vocals auskommt, welche in diesem Fall eher wenig zu der erzeugten Stimmung gepasst hätten.

"Lost and Broken" passt ebenso gut zu einer klassischen Lagerfeuer-Situation wie zu einer tristen, tabakrauchvernebelten Wohnung, in der ein resignierender Mensch mit leerem Blick auf einem Sofa mit fadenscheinigem Stoff liegt. Im passenden Sinne musikgewordene Langeweile.

Poetisch im wahrsten Sinne des Wortes ist "Mondnacht", eine Vertonung des gleichnahmigen Gedichts des Joseph von Eichendorff. Etwas, das nach Sackpfeifen klingt, stößt zu den Gitarren und Percussions. Wer auf Dichtung steht, sollte sich dieses Klangerzeugnis nicht entgehen lassen.

Weiter geht es mit einem wahrhaft diabolischen Stück. Ob mit "Luzifer Morgenstern" nun eine Identifikation Luzifers mit einem Stern am Himmel oder die gleichnamige Kettenwaffe gemeint ist, sei mal dahingestellt. Dieser Song schwankt im Rahmen des Musizierens von HEKATE zwischen beidem. Himmlisch und Schlag auf die Kauleiste.

Der Tag der Auferstehung, "Ascencion Day" ist gitarrenlastige Melancholie, untermauert mit Percussions und bassigen Pads. Dazu passend sind die schwermütig und zeitgleich leicht klingenden Vocals von AXEL MENZ. Wabernd und eindringlich, hinweisend auf ein aus der Zukunft kommendes Etwas, auf das gehofft wird. Und dazu der unterschwellige Wunsch, ein anderes als die derzeitige Umgebung zu erhalten. Einziges Manko: zu kurz.

"Totentanz" beschäftigt sich mit dem Thema des Todes und dem Wunsch, etwas über das Danach zu wissen. Reduzierte Drums, ein schnarrender Bass, ein dezent auftretendes Keyboard, ergänzt um die prägnante Stimme von Susanne Grosche. Im Chorus und kurz danach klingt etwas an, das an einen militärischen Marsch erinnert. Ein Song, der das Potential hat, als ureigenster Namensgeber von HEKATE verdächtig zu sein.

Vom andächtigen Nachdenken über die Auferstehung und das Postmortale geht es weiter mit der Quelle des Lebens ("Spring of Live"). Wie ein frischer, klar fließender Bach hüpft dieser Song vor sich hin. Lichter als die Vorgänger ist die Lebensfreude stärker angesieldet, sicherlich aber deutlich erkennbarer.

Licht, Schatten, Hoffnung, Mystik, Auferstehungsvorstellungen. Sie alle finden sich auf diesem Album wieder. Ein Album wohlgemerkt, das sich zwischen Druck und Schweben bewegt.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (09.06.2018)

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