SANGRE DE MUERDAGO - Noite

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VÖ: 20.04.2018
Bandinfo: SANGRE DE MUERDAGO
Genre: Folk Rock
Label: Neuropa Records
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Lineup  |  Trackliste

Staubige Straßen, andalusische Landschaften oder ein Lagerfeuer an der Costa Brava. Solche Stimmungen werden heraufbeschworen, wenn die Klänge des neuen Albums von SANGRE DE MUERDAGO erklingen. Unaufgeregt, entspannt, lässig. Fast wie ein Soundtrack zu einem Roadmovie.

"Medianoite" kommt ohne Gesang aus. Nyckelharpa, Bass, Gitarre, ein paar Trommeln, eine Drehleier. Mehr braucht es bei dieser Nummer nicht. Unaufdringlich schummelt sich dieses sanfte Lied in die Gehörgänge und hinterlässt ein Gefühl des Entspannt-Seins.

Nach einer langen Seefahrt in den Heimat-Harfen (schlechtes Wortspiel, ich weiß) einlaufen. "Xuramento" klingt nach Sehnsucht nach einem Ankommen, gemischt mit Fernweh. In dieses Spannungsfeld hinein wird das Publikum geworfen. Eine Prise Flöte, eine wenig Gitarre und Bass, dazu eine dezente Klanggewürzmischung nicht indentifizierbaren Inhalts. Ganz nett.

Der Abend wird zur Nacht, wenn "O Canto Do Luar" erklingt. Das Lied des Mondlichts ist wieder so ein poetisches Lied. Unaufgeregt. Ebenso antihektisch wird es mit "A Chamada De Néboa". Ein Pfirsichlikör, samtig-fruchtig. Dazu ein fließendes Satin-Kleidungsstück.

"Roubando O Viño Do Fauno". Man ist geneigt, an vom Wein trunkene Faune zu denken. Ob jetzt die Sagengestalten oder Musiker gemeint sind, sei mal dahingestellt. Harmonisch in das Gesamtwerk sich einfügend, ist dieser Song genauso locker aufgeschlagen wie die Vorgänger.

So manche Nacht erscheint länger, so manche Nacht soll vielleicht auch nicht enden. "Longa Noite De Ped" ist so ein Stück. Ein klanglicher, klarer Sternenhimmel mit dem Geruch von aufgewirbeltem Staub. Petrichor hängt in der Luft. Fast mehr als eine Spur besser als der Vorgänger, zumahl hier die Flöte mehr zum Zuge kommt. Pan ist wahrscheinlich wieder nüchtern (hat er überhaupt getrunken) und spielt auf.

"A Danza Das Ánimas", der Tanz der Seelen: Fortsetzung und scheinbarer Zielpunkt des Vorgängers. Pan leitet zum Tanz über, im Rhytmus der Trommeln bewegen sich die Geister, die Seelen in Gestalt von Glühwürmchen über einem eventuell vorhandenen seienden Lagerfeuer. Wenig Gesang, die Musik spricht schon genug für sich.

"Lume De Solsticio": auch die längste Nacht geht über in einen neuen Morgen. Reges Treiben entsteht im Lager der Sagengestalten. Aufbruch zu neuen Gefilden. Dominierten zuvor noch Wiesen und lichte Wälder, wird es nun trockener und staubiger, wenn die Drehleier ertönt. Ein Wandel hin zum Anderen, das offenbar zu finden war.

" O Camiñante Coxo": Es schein, als ob die Faune die Pyrenäen von Frankreich aus kommend überquert haben und sich im Baskenland eingefunden haben. Mit der Hoffnung bald in Bilbao zu sein, wird ein Wegelied angestimmt.

Passend zum Gesamtwerk muss natürlich auch ein Liebeslied mit von der Partie sein. "O Amor" braucht etwas, um rhytmisch in die Gänge zu kommen. Und selbst dann geht es getragen weiter. Kategorie: brauchbar.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (31.05.2018)

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