LABYRINTH - Return to Live

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VÖ: 26.01.2018
Bandinfo: LABYRINTH
Genre: Progressive Melodic Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Es gibt Bands, die können sich abmühen, wie sie wollen, sie werden immer nur an einem Album gemessen. Dieses QUEENSRYCHE-Syndrom wohnt auch den Italienern von LABYRINTH inne, die stets im Schatten ihres Werkes "Return To Heaven Denied" stehen werden. Das war wohl auch der Band selbst klar, denn obwohl man eine Reihe guter Alben veröffentlichte, keines konnte an den Erfolg Zweitlings aus dem Jahre 1996 anknüpfen. Im Jahre 2010 dann ein vorerst letztes Aufbäumen mit dem gescheiterten Versuch, mit "Return To Heaven Denied Part II - A Midnight Autum's Dream" an die glorreiche Zeit anzuknüpfen, bevor die Band vorrübergehend ad acta gelegt wurde. Im Zuge einer Labelnight von Frontiers Records im Jahre 2016 wurden LABYRINTH dann als besonderer Special Act reformiert, was sogar zu einem neuen Studioalbum Namens "Architecture Of A God" geführt hat. Dieser initiale Gig wurde mitgeschnitten und erfährt nun unter dem Titel "Return To Live" seine weltweite Veröffentlichung auf CD und DVD. Zur Rezension lag die CD Version vor.

Es bleibt einfach ein ganz bitterer Nachgeschmack bei dieser Veröffentlichung. Man kann nicht in die Köpfe der Musiker schauen. Wenn der Frontiers Gig zunächst als einmalige Aktion geplant war, dann versteht man den Ansatz der Band, dem Publikum das zu geben, was es verlangt und das "Return To Heaven Denied" Album in ganzer Länge zu spielen. Wenn man beflügelt durch die Euphorie des Gigs danach beschließt, dass es zu schön ist, jetzt wieder alles bei Seite zu legen und man mit neuer Lust weitermacht, dann hat sich alles gelohnt. Doch warum muss man genau so etwas dann auf Teufel komm raus veröffentlichen?

An der Aufnahme an sich ist nichts auszusetzen, alle Bandmitglieder sind gut aufgelegt, der Mix ist transparent, Overdubs sind, falls vorhanden, gut versteckt und auch das Publikum bekommt genug Spielraum. Allzu arg unterscheidet sich der Sound nicht von anno dazumal. Klar werden dem Liebhaber des Albums viele Punkte und Abweichungen auffallen, aber jede für sich sind die Änderungen zu klein, um wirklich ins Gewicht zu fallen. Rob Tyrant macht als Sänger einen sehr guten Job und überlässt dem Publikum viele Gesangspassagen. Das freut den Kenner, das macht es aber dem Neueinsteiger etwas schwierig, sich mit dem Songmaterial vertraut zu machen. Dennoch, die Aufnahme ist als Großes und Ganzes überaus gelungen.

Doch macht die Band nun den Kardinalsfehler, den Fokus nach all der Arbeit für das neue Album, nach all den Jahren vergeblichem Bemühens um ähnlichen Erfolg, wieder nur auf dieses eine Werk zu lenken. Hier ist sicher die oben beschriebene turbulente Entwicklung der Situation mit Schuld, aber man hätte das Material irgendwie anders verwerten sollen. So wirft sich die Band nach "Architecture Of A God" wieder selbst ein Stück zurück.

Fazit: Kein guter Zeitpunkt für eine komplette Live Version von "Return To Heaven Denied". Zu einem Comeback bzw. Reboot gehört mehr als ein Album. Eine Best Of Setlist, oder ein Best Of Album, wäre jetzt zu dieser Zeit eine bessere Karriereentscheidung gewesen, als den Fokus wieder auf das eine Album zu lenken, aus dessen Schatten man sich nie befreien konnte. Klar, die Aufnahme ist super, aber der Sinn und Zweck erschließt sich nicht.



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wilsberg (08.06.2018)

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