PENNYWISE - Never Gonna Die

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VÖ: 20.04.2018
Bandinfo: Pennywise
Genre: Punk
Label: Epitaph Records
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Lineup  |  Trackliste

Kann man als Punk in Würde altern? Wenn man sich an mittlerweile zu weichgespülten Stadion-Rockern mutierten Gruppen wie den TOTEN HOSEN orientiert, eher nicht. Aber glücklicherweise gibt es ja auch noch Bands wie PENNYWISE, wo Fletcher Dragge und Konsorten seit mittlerweile 30 Jahren (!) die Skatepunk-Flaggen ehrenvoll hochhalten.

Nachdem Original-Sänger Jim Lindberg 2012 nach dem Zoli Téglás-Intermezzo zurückgekehrt ist, spielt der kalifornische Vierer – bis auf Basser Randy Bradbury, der den zu früh verstorbenen Jason Thirsk ersetzt hat – fast wieder in Originalbesetzung. Und es ist (fast) so, als ob sich nichts geändert hätte: Dragge hat den metallischsten Gitarrensound im Punkrock, Drummer Byron McMackin treibt die Band unbarmherzig nach vorne, und Lindberg hat die perfekte Stimme für die Lyrics zwischen politischer Wut („American Lies“) und Selbst-Affirmation („Live While You Can“). Und das melodische Bass-Spiel von Bradbury ist mittlerweile auch schon zum Qualitätsmerkmal geworden.

Aber jetzt mal zum Album selbst: "Never Gonna Die", das zwölfte Studioalbum von PENNYWISE (nach der doch eher enttäuschenden Resteverwertung „Yesterdays“ 2014), hält auch im 30. Jahr des Bandbestehens den Standard hoch, bei den Kaliforniern brennt das Feuer noch spürbar. Wobei PENNYWISE musikalisch im Großen und Ganzen bei der bewährten Formel bleiben, zum schnellen, aggressiven Politpunk der Frühzeit haben sich mittlerweile auch eher melodisch-alternative Elemente gesellt (LAGWAGON lassen grüßen), die das Spektrum der Band noch ein bisschen bereichert haben.

Zunächst geht es mit Oldschool-Vibe los: „Never Gonna Die“ hätte in der Form genauso auch auf etwa „Unknown Road“ oder „About Time“ gepasst, mit seiner aggressiv-positiven Botschaft und dem Singalong-Chorus. Auch die folgenden Tracks schlagen in die gleiche Kerbe, wobei vor allem „Keep Moving On“ und „Live While You Can“ hervorstechen. „We Set Fire“ kriegt zwar Pluspunkte dafür, dass „Bourgeoisie“ auf „Austerity“ gereimt wird, bleibt aber sonst eher unauffällig. Die folgenden Tracks sind dann eher ruhiger und melancholischer, „She Said“ und das extrem eingängige „Can’t Be Ignored“ sowie die Hymne für die alten Alkoholiker „Goodbye Bad Times“. Gegen Ende der Scheibe wird dann wieder die alte Schule beschworen, „Won’t Give Up The Fight“ oder „Can’t Save You Now“ sind klassische PENNYWISE-Hymnen, und „Something New“ beendet standesgemäß das Album.

Gereift, abgeklärt, aber noch immer wütend – und immer noch genial: das sind PENNYWISE nach mittlerweile 30 Jahren. Und zur Feier hole man das Skateboard aus dem Kinderzimmer, stürze ein Dosenbier und schreie: Punks not dead!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (07.06.2018)

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