AMANDA SOMERVILLE'S TRILLIUM - Tectonic

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VÖ: 08.06.2018
Bandinfo: AMANDA SOMERVILLE'S TRILLIUM
Genre: Symphonic Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ich hab noch einen Koffer in Berlin. 

Nicht mehr, aber als ich das erste Mal AMANDA SOMERVILLE gewahr wurde, hatte ich meinen Lebensmittelpunkt tatsächlich in Berlin. Und hatte wohl mehrere Koffer ebendort. Das war damals im Rahmen ihres Mitwirkens bei "Days Of Rising Doom", einer Rock/Metal-Oper des temporären Künstlerkonglomerats AINA im Jahr 2003, welches kurzfristig in die damals von den just parkierenden AVANTASIA freigelegte Bresche springen wollte. AVANTASIA gibt es noch immer, AINA nicht mehr. Das Resultat ist eindeutig. AMANDA SOMERVILLE allerdings ist nicht nur eine fixe Größe im europäischen Flokati-Metal geworden sondern auch ein Teil von AVANTASIA. "All´s well that ends well", quasi.

Neben Engagements und Kollaborationen quer über den Symphonic Metal - Kontinent Europa ist sie derzeit mit ihrer eigenen Band AMANDA SOMERVILLE´S TRILLIUM aktiv und veröffentlicht dieser Tage das zweite Album der Band, auf den Namen "Tectonic" hörend. 

Jetzt wird hier natürlich nicht der Symphonic Power Metal neu erfunden, den Anspruch stellt Fr. Somerville wahrscheinlich auch gar nicht. Vielmehr ist es ein gutklassiges Album aus einem Genre, welches bisweilen mit mehr Ambition als Talent, mehr Drachen-die-Jugfrauen-retten als fähigem Handwerk und fehlender Inspiration kämpft. Das Album grätscht kommod zwischen AVANTASIA und NIGHTWISH, die Songs, allesamt von AMANDA SOMERVILLEs Gespons zusammengenagelt, sind alle zwischen vier und fünf Minuten und scheinen am hellsten, wenn es etwas deftiger zur Sache geht. Die metallischeren Songs wie der Opener"Time To Shine" und das wirklich starke "Stand Up" sind allesamt mit epischen Refrains ausgestattet, bei denen die Chefsängerin ihr Können zur Gänze ausspielen kann. Und das kann sie wirklich gut. Symphonic Metal wird ja gerne auf das, das Genre beinahe in Gänze in beschlagnehmende, drucklose Kopfstimmengeträllere von gefühlten 900 Mädels reduziert, oder auf die, die Grenze zur Selbstkarikatur schon längst überschritten habende Panzerdivision TARJA. Klar, es gibt noch immer FLOOR, aber daneben ist sicher noch genug Platz für AMANDA SOMERVILLE´s TRILLIUM. 

Sieben Jahre nach dem ersten Album werden, wenn das Wetter passt, TRILLIUM, so steht es zu hoffen, ein gewichtiges Wort im Symphonic Power Metal mit zu reden haben. Natürlich ist das Zeug bisweilen so heavy wie eine Schaumrolle am Kirtagsstand, aber auf "Tecotonic" gibt es ein paar starke Songs und eine grandiose Sängerin. Und das ist mehr als die meisten Bands in diesem Genre in ihrer ganze Karriere sich auch nur erträumen können. Die etwas getrageneren, elegischen Balladen wie Nocturna mögen manchen gefallen, ich umschiffe sie aber skippend. Die metallischen Songs auf dem Album sind aber erstaunlich hörenswert. Im Herbst geht es mit ANNEKE VAN GIERSBERGEN auf Europatour. Läuft!

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (15.06.2018)

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