FIVE FINGER DEATH PUNCH - And Justice for none

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VÖ: 18.05.2018
Bandinfo: FIVE FINGER DEATH PUNCH
Genre: Thrash Metal
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste

Nach dem einschlagenden Erfolg von „Got Your Six“ 2015 war es eine große Frage, was 5FDP vier Jahre später mit dem neuen Werk „And Justice For None“ wohl abliefern würden. Können sie an den Erfolg von 2015 anknüpfen? Ruhen sie sich auf ihren Lorbeeren aus? Bleiben sie ihrem Wut-Stil treu, der extrem rhythmisch daherkommt und bei der breiten Masse beliebt ist? Wird es wieder die Linie aus Thrash & Hardcore, die vor allem live so gut rüberkommt? Oder lassen sie sich was Neues einfallen bzw. machen sie es wie viele Bands, die mit fortgeschrittenem Alter oft zu ihren Wurzeln zurückkehren und mehr Sachen im alten Stil bringen, vor allem auch eine Hommage an Bands liefern, die sie in ihrer Jugend gehört haben?

Die Antwort auf diese Fragen ist ein Ja und ein Nein. Ja, sie sind ihrem Thrash & Hardcore-Stil treu geblieben, aber nur bei einem Teil der Songs des neuen Albums. Ca. zwei Drittel der Nummern dröhnen wir üblich mit fettem Sound und Speed durch die Lautsprecher. Es klingt wie beim letzten Mal kommerziell und hat Ohrwurmtauglichkeit, die knackigen Riffs gehen runter wie Öl, der Bass ist fett, die Vocals sind natürlich brutal-rau, mit Screaming und Growling, es wird aber auch nett gesungen.

Der Opener „Fake“ gehört dazu oder auch „Top Of The World“. Das geht mit diesem Rhythmus sofort ins Ohr, verlangt nach Mitgrölen und hoher Lautstärke. Einfach ganz im Stil des letzten Albums. Runder, aber auch schön fetzig: „Sham-Pain“. Inhaltlich – also die Lyrics betreffend – sind sie voll bei der Thematik geblieben: Wut über die Welt, das System, persönliche Troubles. Sie bedienen diese Richtung ordentlich.

Tja, und dann haben wir die andere Seite. Die „anderen“ Songs. Das Einbringen einer neuen Richtung, von mehr Melodie und Emotion, von Nachdenklichkeit und von Vergangenheit. Da denkt man schon auch mal an BON JOVI oder diverse Südstaaten-Bands. Hier haben sich 5FDP ausgetobt und zeigen, dass sie auch was anderes machen können. Es gibt eine ganze Reihe von Nummern, die ruhig sind. Da gibt es einerseits Piano und symphonische Klänge und andererseits ganz viel akustische Gitarre mit Outlaw-/Lagerfeuer-Romantik. Songs wie „Blue On Black“, „I Refuse“, „When The Season’s Change“ oder „Stuck In My Ways” sind jetzt keine Schmusesongs, aber sie haben Balladen-Qualität. Nicht schlecht, musikalisch gut gemacht – ich frage mich nur, ob das bei allen Fans auch gut ankommt, weil man eben gewisse Erwartungen nicht zu 100 % erfüllt.

Vor allem mit weiterem Fortschritt beim Hören fällt auf, dass die ruhige Richtung immer stärker wird. Natürlich gibt es knackige Kracher, die immer wieder die Nachdenklichkeit unterbrechen, wie „It Doesn’t Matter“, „Rock Bottom“ oder „Bloody“. Aber zwischendurch denke ich mir schon manchmal „Quo vadis 5FDP? Habt ihr Jungs jetzt einfach nur einen Mordsspaß beim Aufnehmen der Songs und macht einfach, worauf ihr echt Lust habt oder wisst ihr auch nicht so recht, wohin die Reise gehen soll, und es ist ein Experimentier-Album?“

Vor allem, da der Ausstieg dann wieder eine ruhige Nummer ist. „Will The Sun Ever Rise” hat auch Akustik-Gitarre und Southern-Stil. So viel Lagerfeuer, ich weiß jetzt echt nicht, was ich damit anfangen soll. Gehe ich von den Erwartungen aus, die ich nach „Got Your Six“ hatte, würde ich jetzt nur 2-3 Punkte geben. Aber insgesamt und mit einer Bejahung der Neuausrichtung sind mehr drin. Nur gut, dass die Geschmäcker unterschiedlich sind, 5FDP werden so sicherlich eine neue Zielgruppe erreichen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (12.06.2018)

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