MEGADETH - Killing Is My Business... The Final Kill

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VÖ: 08.06.2018
Bandinfo: Megadeth
Genre: Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Weiter geht es mit den Re-Release-Remaster-Veröffentlichungen, die mal mehr (kaum), mal weniger (so gut wie immer) Sinn machen. Diesmal Los Angeles' Finest und, nimmt man die Verkaufszahlen physischer Tonträger als Maßstab, die zweiterfolgreichste Band der Big Four, MEGADETH. Das Musikgenie, der wiedergeborene Christ und Chefsympathieträger Dave Mustaine hat 1983 eine jobtechnische Veränderung angestrebt und sich von seiner vorherigen Band getrennt. Gegründet als FALLEN ANGELS erfolgte alsbaldigst die Eintragung ins lokale Firmenbuch und damit waren MEGADETH  gegründet. Ein Demo später ging man 1985 daran, den Erstling "Killing Is My Business... And Business Is Good!" aufzunehmen. Gerüchtehalber wurde bei den Aufnahmen aber dermaßen stabil abgefeiert, dass nicht mehr viel Geld für die Produktion und das Artwork übrig blieben und der Sound des Originals eher sehr durchwachsen ist. Auch wurde, so munkelt man, aus fiskalen Gründen am Artwork gespart. Insgesamt ging wohl mehr Geld in das Rahmenprogramm als in die eigentlichen Aufnahmen.

Es gibt scheinbar ein Remaster aus dem 2002-er Jahr, wenn ich mich nicht täusche, diesmal wurde aber scheinbar das gesamte Album neu abgemischt und gemastered. Und ja, das hört man mehr als deutlich. Klar, aus dem Ursprungsmaterial kann man jetzt keine moderne Produktion mehr zaubern, aber "Killing Is My Business... And Business Is Good!" klingt 2018 massiv besser als es jemals geklungen hat. Ich hab das Album bestimmt zehn Jahre nicht mehr angehört, weil für mich MEGADETH mit "Peace Sells... But Who´s Buying?", "Rust In Piece" und "Cryptic Writings" drei Monolithen stehen haben (ja, ich feiere auch "Cryptic Writings" recht stark), aber man weiß schon sofort nach dem "Last Rites"-Intro und den ersten Takten von "Loved To Deth", mit wem man es zu tun hat. Das ist keine Amateur-Band mit ihrem ersten Album, sondern hier haben wir vier gestandene Musiker, mit Chris Poland hatte man damals noch dazu einen Jazzer im Line Up. Das gepaart mit dem für die erste Hälfte des MEGADETHschen Wirkens so typischen, höchstklassigen Songwritings zeigte schon beim ersten Album, dass das etwas werden könnte.

Zum 35-er eben diese Neuauflage mit den Demosongs vom "Last Rites"-Demo und allen Songs vom Album als Liveaufnahme von der 1987er Tour aus Denver, London und Bochum. Zusätzliche Liner-Notes von Dave Mustaine, massig Fotos von einst und das alles auf CD und ein paar verschiedenen Vinyl-Versionen.

Das Album erstrahlt quasi in neuem Glanz, die einst matschigen Gitarren sind klar schärfer und man darf sich am deutlich vernehmbaren und differenzierteren Klang der Drums erfreuen. Wenn man bedankt, was sich damals für Rumpelcombos mit ihren Veröffentlichungen an's Tageslicht wagten ist das, was MEGADETH mit ihrem Erstling geschaffen haben,schon beinahe als Offenbarung zu sehen. 

Neuer Sound, das Lee Hazelwood-Cover "These Boots" wurde von Megadave neu eingesungen und erscheint hier, laut Band und Plattenfirma" erstmals unzensiert. Wobei ich mir sicher bin, dass ich da in den 80ern auf jeden Fall eine Version ohne Gepiepse hörte. Möglicherweise wurde hier nur in den United Rogue States of Murica jugendschützend eingegriffen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die native amerikanische Jugend "You keep saying you got something for me. Something you call love, but I call sex" zu hören bekommen hätte.

Neuer Sound, hatten wir schon, das Cover wurde völlig neu gestaltet. Anstelle der vielen verschiedenen Zeichnungen oder wie auch immer gestalteten bisher bekannten Versionen wurde hier das Rattlehead-Motiv physisch zusammengebastelt und fotografiert. Wirkt tatsächlich wertiger.

Die Livesongs sind von einer VHS des Chefs, die er beim Frühjahresputz am Dachboden gefunden hat. Kann man sich gut anhören, ist jetzt aber sicher nicht der USP. Das ist und bleibt der neue Sound. Die Gitarren schneidend scharf, Juniors Bass pumpt unnachgiebig und treibt die Songs nach vorne und die Drums zerren Details hervor die, erstmals deutlich hörbar, dem Album eine völlig neue Dimension geben. Bis auf "Chosen Ones" und "Looking Down The Cross" die beide nur gutklassig sind ist hier alles ganz großer Thrash Metal, endlich auch im gebührenden Soundgewand. 

Eine mehr als sinnvolle Wiederveröffentlichung die mich in meine Adolszenz zurückbringt, in eine Zeit in der man sich nahezu monatlich über solche weltbewegenden Veröffentlichungen freuen durfte. Ach ja, manchmal ist/war früher doch besser.

"Killing Is My Business... And Business Is Good! - The Final Kill" zeigt den Weg zu "Peace Sells" und damit den Weg zu einer der größten Thrash Metal Bands aller Zeiten, diesmal mit richtig gutem Sound.

Ein tatsächlich grandioser Remix-Re-Release.

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (19.06.2018)

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