ALKALOID - Liquid Anatomy

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VÖ: 18.05.2018
Bandinfo: ALKALOID
Genre: Progressive Death Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Mit einem Debütalbum die Höchstnote einzustreifen, ist eher selten – ALKALOID schafften das Kunststück 2015 mit dem grandiosen „The Malkuth Grimoire“. Klar, die involvierten Leute, die sich hauptsächlich aus dem deutschen Prog-Death-Umfeld rekrutieren (Hannes Grossmann, Linus Klausenitzer, Christian Münzner, Danny Tunker und Morean), sind alles andere als Anfänger, trotzdem war die Qualität des Albums nochmal höher als erwartet.

Und ein paar Jahre später treten die Jungs an, um mit dem Nachfolger „Liquid Anatomy“ zu beweisen, dass „The Malkuth Grimoire“ kein Zufallstreffer war. Das gelingt aber leider nur bedingt – obwohl die Trademarks von ALKALOID auch auf dem aktuellen Album in Hülle und Fülle vorhanden sind, kann „Liquid Anatomy“ nur zum Teil den Hörer ebenso mitreißen wie der Vorgänger.

„Kernel Panic” ist mal ein ansprechender Start, ein Track, der hoch melodisch und ruhig anfängt und dann über ziemlich rockige Riffs in ein Groove-Prog-Death-Gemetzel ausartet. Das folgende „As Decreed By Laws Unwritten” kommt dann noch langsamer und mächtig daher wie ein Gletscher, wirkt aber nicht ganz so zwingend.

Dafür gibt es mit „Azagthoth“ und dem Titeltrack einen Doppel-Hammer – „Azagthtoth beginnt mit Percussion und schräger Gitarrenarbeit und steigert sich dann in ein bitterböses Death Metal-Monster hinein, und „Liquid Anatomy“ ist genau der Gegenpol dazu, wieder sehr melodisch und getragen von den Vocals und Leads, und wirkt wie der Ruhepol des Albums. „In Turmoil's Swirling Reaches” hat dann zwar interessante Momente, vor allem wenn der Song unerwarteter Weise mal in Richtung 80er Jahre-Prog abdriftet, hinterlässt aber wie das folgende „Interstellar Boredom“ aber keinen so richtig bleibenden Eindruck.

Dass es die Jungs aber prinzipiell können, beweisen ALKALOID dann in den letzten zwei Tracks: „Chaos Theory And Practice“ ist mit seinem Wechsel zwischen beschwingtem Prog und einem heftigen Groove ein klassischer ALKALOID-Track, und das ausufernde „Rise Of The Cephalopods“ (fast 20 Minuten lang!) ist in keiner Sekunde langweilig, sondern schwebt entfesselt zwischen ruhigen und düsteren Momenten, epischen Rock-Riffs, Prog Death-Wahnsinn, schrägen Synths und heftigem Groove.

Trotz der vielen großartigen Momente auf „Liquid Theory“ sind gefühlt auch einige Durchhänger dabei, und dass einige Tracks sehr stark an das Debütalbum erinnern („As Decreed By Laws Unwritten“ z.B. an das damalige „Cthulhu“ oder „Chaos Theory And Practice“ an „Mining The Oorth Cloud“), führt auch zu leichten Irritationen.

Und so können ALKALOID die Klasse des Debütalbums nicht ganz bestätigen – „Liquid Anatomy“ ist ein solides Album mit einigen Highlights geworden, aber die Höchstnote ist diesmal doch ein Stück entfernt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (19.06.2018)

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