TOXIKULL - The Nightraiser

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VÖ: 13.03.2018
Bandinfo: TOXIKULL
Genre: Speed Metal
Label: Mosher Records
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Lineup  |  Trackliste

Vier Portugiesen bündeln rohe Speed-Gewalt, klassische Heavy Metal-Melodien und thrashy Riffs, die der alten Tage würdig sind. Hier und da entdeckt man Parallelen zu Enforcer und Skullfist und steckt sie deshalb vielleicht vorschnell in diese Schublade; sie sind jedoch mehr, als nur eine weitere Kopie. TOXIKULL schaffen fließend den Spagat zwischen Heavy-, Speed-, und Thrash Metal.

2014 als TOXIC ROOM gegründet, änderten sie ihren Namen 2016 um und gehören somit zum jungen Eisen der Szene. Im selben Jahr erschien auch schon ihr Debütalbum „Black Sheep“, das noch etwas moderner, etwas grooviger, aber auch vielfältiger war. Die EP hingegen startet mit einem Intro, das an „The Hellion“ von Judas Priest erinnert und brettert dann in Highspeed los. TOXIKULL verstehen es, hohe Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten, ohne, dass sich Gewohnheit einstellt; streuen reichlich „Kill ‘Em All“-Solos ein und erzeugen ein Gefühl der inneren Unruhe. Verglichen mit dem Album ist der Sound schwächer, die Gitarren klingen leider etwas billig und könnten einen Tick härter sein – so hat das den Touch einer gut aufgenommenen Kellerproduktion. Man gewöhnt sich aber ein und findet irgendwann sogar Gefallen daran, wie sich die trockenen Gitarren kettensägenartig nach vorne fräsen. Neben schnellem Geriffe, können sie aber auch Mid-Tempo: ‚Hellmaster‘ liegt irgendwo zwischen HOLY TERROR und JUDAS PRIEST und würde den stärksten Song der Scheibe darstellen, wäre da nicht der darauffolgende ‚Freedom To Kill‘. Dieser ist die Musikwerdung eines Ecstasy-Rausches: Mit Adrenalin überfluteter Hochgeschwindigkeits-Speed-Thrash, der weiter, weiter und weiter geht; ohne, dass ein Ende des Stückes in Sicht ist, bis er schließlich unerwartet und auf einen Schlag abbricht. Der Höhepunkt ist hiermit erreicht, die nachfolgenden beiden Stücke lassen leider etwas nach – trotz retrorockigem zweistimmigem Gitarrensolo in der Mitte des atmosphärischen ‚Satan Bloody Satan‘.

Ihre aktuelle EP „The Nightraiser“ stellt einen nun vor die Frage: Wird der Old School-Weg in Zukunft weitergegangen oder geht man wieder zurück zum Stil des Albums? An die Raffinesse von „Black Sheep“ kommt das aktuelle Release nicht heran; als Experiment und Annäherung an den 80er Speed/Thrash ist es aber durchaus gelungen und dass sie Potenzial und Ideenreichtum für sich beanspruchen, beweisen sie bereits mit dem Debüt. Jetzt nur noch das Beste aus Beidem verbinden, dann wird das nächste Album ein Kracher.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Florian Fait (01.07.2018)

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