VARATHRON - Patriarchs Of Evil

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VÖ: 27.04.2018
Bandinfo: VARATHRON
Genre: Black Metal
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Vorweg verneige ich mich allein schon vor dem Durchhaltevermögen der griechischen Black Metal-Gods VARATHRON. Seit dreißig Jahren schon toben die Hellenen durch den oberen Untergrund. Gut, eigentlich ist es nur mehr Stefan Necroabyssious, der die Band am Leben hält, aber auch dieses am-Leben-halten einer künstlerischen Vision verdient massiv Kudos. Die wenig stabile Besetzung in den ersten 20 Jahren (ungefähr) mag vielleicht auch der Grund sein, dass man nie so wirklich dem Untergrund entfliehen konnte, wie es zum Beispiel die griechischen Vorzeige-Schwarzteesieder ROTTING CHRIST geschafft haben.

Sei es wie es wolle, Stefan hat es geschafft, die Personalfluktuation einigermaßen in den Griff zu bekommen, und serviert uns mit "Patriarchs Of Evil" das sechste Album seiner/ihrer Karriere. Black Metal nach griechischer Bauart, aufgeräumter als auf den letzten Alben und episch im eigentlichen Sinne, und nicht wie bei den sich ums Lagerfeuer versammelnden Bands, die irgendwelche Freistilideologien feiern und im Endeffekt ohne rotunde NRW-Metalnerds keinen Fuß auf den Boden bekämen. Damit können wir auch ein Häkchen unter "mein regelmäßiges Printmagazin-Bashing" setzen.

Black Metal hat sich glücklicherweise schon lange von seinen Zweite-Welle-Wurzeln emanzipiert und in viele verschieden Unterarten entwickelt. VARATHRON waren da schon ganz am Anfang griechisch anders. Epischer und beschwörender, nicht notwendigerweise Geschwindigkeitsrekorde brechen wollend und sich gerne auch auf die eigene Mitte besinnend. Die Griechen aus Ioannina sind und bleiben old-school, rumpeln einigermaßen kompetent mit folkloristischen Einflüssen ein solides Werk heraus, das zwar nicht die großen Hits hervorbringen mag, aber durch die äußerst organische Aufbereitung durchaus zu gefallen weiß. 

Schön (möglicherweise ein wenig passender Terminus Technicus im Black Metal-Genre) wird es immer, wenn man etwas beschleunigt, und bei den im Ohr hängen bleibenden Refrains. Fies, garstig, evozierend und mit echten Riffs vermag man immer wieder zu punkten. Das Album ist eine Mischung aus dunkelschwarzer Messe und epischem Metal, mich deucht, damit lässt sich "Patriarchs Of Evil" am besten beschreiben. 

Kann man so machen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (13.07.2018)

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