THE SEA WITHIN - The Sea Within

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VÖ: 22.06.2018
Bandinfo: THE SEA WITHIN
Genre: Progressive Rock
Label: Inside Out Music
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Lineup  |  Trackliste

Bei „Supergroups“ muss man immer vorsichtig sein. Allzu gerne wird der Begriff ja als reines Verkaufsargument geschwungen, bei THE SEA WITHIN darf der geneigte Prog-Nerd aber bedenkenlos zugreifen. Die Herren Reingold (KARMAKANIC und etwa 3 Milliarden andere Bands), Stolt (THE FLOWER KINGS), Minnemann (STEVEN WILSON), Brislin (RENAISSANCE), Gildenlöw (PAIN OF SALVATION) und McPherson (FLYING COLORS) sind nicht gekommen, um uns mit neuen Frickel-Rekorden, Stakkato-Arien oder Endlos-Drumsoli zu beglücken. Das kongeniale Konglomerat will auch nicht auf „Supergroup“ reduziert werden, sondern agiert hier wie ein lang eingeschworenes Songwriter-Kollektiv, das aus allen Welten der einzelnen Ausnahmetalente nur das Beste einbringt. Natürlich bewegt man sich trotzdem in gewohnten Fahrwassern, Überraschungen gibt’s somit keine wirklichen, dafür solide Prog-Fusion-Beschallung, bei der man allzu gerne gleich mal auf „repeat“ drückt - nie aufdringlich, dafür immer charmant. Und dass sich Gildenlöw und McPherson den Gesang quasi „teilen“ - wobei erstgenannter den Löwenanteil trällert (oder eher: leidet), und zweiter auf drei Songs zu hören ist -  ist da nur eines der Tüpfelchen auf den vielen Is.

Auch der Sound ist keineswegs steril oder überproduziert, wie es in diesem Metier ja so gerne mal behübschend gemacht wird, sondern erdig und trotzdem immer transparent. Keiner der Musiker tut sich übermäßig hervor, alles verschmilzt zu einer stimmigen Einheit, wobei immer der Song als solches im Mittelpunkt steht. Somit findet sich auf „The Sea Within“ auch kaum Füll-Material, alles ergibt irgendwo Sinn und ist am richtigen Platz. Zum Antesten empfehle ich den flotten Groover „An Eye For An Eye“ oder das epische „Broken Cord“ (YES lassen grüssen!). Auch die Bonusdisc kann hier mit 25 Minuten und vier Tracks punkten, gestaltet sich jedoch im Vergleich zum Rest etwas ruhiger, und  noch einen Zacken melancholischer – wie etwa der dramatische Abschluss-Track „Denise“. Kleiner Wermutstropfen: Die Band wird halt selten (eher nicht) bis gar nicht (eher schon) live zusammen auf einer Bühne zu sehen sein, so wie am diesjährigen „Night Of The Prog“, bei dem Jonas Reingold wegen anderweitiger Verpflichtungen mit Steve Hackett schon mal nicht dabei sein konnte. Trotzdem eine Combo von der man hoffentlich noch mehr hören wird!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (01.11.2018)

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