METAL ALLEGIANCE - Volume II - Power Drunk Majesty

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VÖ: 07.09.2018
Bandinfo: METAL ALLEGIANCE
Genre: Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Teil Zwei der stählernen Allianz und wieder haben wir es neben den ohnehin schon präsenten großen Namen mit einer Heerschar an Gastmusikanten zu tun. Das ist hier ungefähr wie DORO auf dem Wacken Open Air. Jeder der eben in der Nähe ist darf mit dabei sein. Dass das manchmal, aber eben nicht immer gutgeht, liegt oftmals in der Natur der Sache. Neben ihren eigentlichen Hauptbands noch Songs für ein Projekt zu schreiben führt nicht zwangsläufig zu einem schlüssigen, stringenten Album.

Das Problem haben wir ab und an auch bei METAL ALLEGIANCEs Zweithäfen "II - Power Drunk Majesty". Vorab müssen wir aber feststellen: das Gitarrenspiel von Alex Skolnick ist wie immer ein Genuss. Hier zeigt einer der besten Gitarristen der Metalszene konstant auf und rifft und soliert sich mit einer Finesse durch das Album, auf dass es nur so eine Freude ist. Die dem Album zugrunde liegende thrashige Ausrichtung ist natürlich für Hr. Skolnick wie geschaffen. Der recht heftige Gitarrensound tut das seine dazu.

Der vom THE BLACK DAHLIA MURDER Trevor Strnad gesungene Opener "The Accuser" vermag zu überzeugen. Die leichte SLAYER-Ausrichtung steht dem Stück gut zu Gesicht und erinnert an goldene Thrash Metal Zeiten. "Bound By Silence" und wir treffen den Mann dessen Bild im Lexikon (wenn sich noch jemand an Lexika erinnern kann) neben dem Wort "ewig unterbewertet" zu sehen ist. John Bush mit seiner grandiosen, völlig eigenständigen Stimme röhrt sich durch ein, für ihn scheinbar maßgeschneidertes Midtempostück, welches dann aber doch nicht so wirklich zünden will weil der Chorus irgendwie nie aus den Startlöchern kommt. Mike Portnoy ist, natürlich für seine Verhältnisse, erstaunlich zurückhaltend, die Riffs stimmen, aber der Song ist leider nicht der Bringer.

Donald "Bobby" Blitz schreit sich in seiner unanachahmlichen Art und Weise durch den dann wieder deutlich knackigeren Thrasher "Mother Of Sin". Alex und Mike bauen für den OVERKILL-Fronter ein deftiges Fundament, darauf reüssiert wie immer die geniale Stimme des Republikaners aus New Jersey (klar, seine Angelegenheit, aber wann ist eigentlich der Metal so reaktionär geworden?). Grandios in diesem Song die Abfahrt zum Schluss hin, das ist Thrash Metal 101.

Beim vom ACCEPT-Frontmann Mark Tornillo intonierten "Terminal Illusion" zeigt Mike Portnoy dann doch einmal größer auf, der Song höchstselbst ist auch eines der Highlights des Albums. Ich bin nicht so der Fan des Sängers, aber diesen Refrain muss man erst einmal so singen. Und natürlich auch erst einmal schreiben. Klasse Metal-Nummer.

"King With A Paper Crown" zerrt AMON AMARTHs Johan Hegg auf dieses Album und leidet unter der Stimme des Schweden, die zwar schön death-metallisch tief ist, aber eben auch wie bei seiner Hauptband immer ein wenig an latenter Eintönigkeit nagt. Emotionen oder Schattierungen im Gesang sind nicht die stärken des sympathischen Nordmanns.

Mit "Voodoo Of The Godsend" und Max Krawallera (Hammergag, ich weiß!) versucht man, in die SEPULTURA/SOULFLY-Richtung zu schielen, tut das auch und bringt ein höchst durchschnittliches Stück Musik hervor. Max schreit, Mike tribal-trommelt, die Gitarren machen irgendwas oben drüber. Und schon wieder sind fünf Minuten vorbei. 

MASTODONs Troy Sanders darf bei "Liars & Thieves" ans Mikro und sieht sich gleich mal mit einem Riff aus dem Buch "Heavy Metal for Beginners" konfrontiert. Die Gangshouts tun dem Song gar nicht gut und so versinkt Track Nummer Neun im Treibsand der Belanglosigkeit.

Aus dem sich "Impulse Control", mit Mark Osegueda als Chanteur, hurtigst wieder herauszieht. Hier trifft Musikalität auf starken Gesang und ebensolches Songwriting. Das ist ein Song, wie er wohl beim Cruisen mit dem Vierräder Eurer Wahl mit heruntergelassenen Fensterscheiben am besten funktioniert. Trotz all der Soli, des lässigen Basspiels und des verspielten Schlagzeugs ist das fast schon wieder ein gradliniger Song. Kann man so machen.

Der Titeltrack "Power Drunk Majesty (Part I)", erneut mit dem DEATH ANGEL-Shouter am Gesang, klingt ein wenig als ob es für MEGADETH bestimmt wäre und beschäftigt sich wohl mit den Zuständen in den Vereinigten Staaten. Der Richard Nixon-Einspieler lässt es zumindest vermuten. Der Übergang zum zweiten Teil des Songs gerät dann noch etwas sehr kontemplativ und so sehen wir uns hier erneut mit einem nicht wirklich zwingenden Lied konfrontiert.

Teil Zwei des Songs wird dann von Floor Jansen veredelt, allein, sie kämpft hier gegen recht herb generisches Songwriting an. An ihr liegt es jedenfalls nicht, dass der Song das Schiff zum Abschluss auch nicht mehr herumreissen kann.

METAL ALLEGIANCEs zweites Album "II - Power Drunk Majesty" ist ein Album, das eingedenk der Mitwirkenden musikalisch natürlich nichts anbrennen lässt, die Songs werden aber wohl keine Klassiker werden. Ein nettes Album, mehr aber leider nicht.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (07.08.2018)

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