CORPUS DELICTI - Break Everything

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VÖ: 13.07.2018
Bandinfo: CORPUS DELICTI
Genre: Thrash Metal
Label: Blood Rite Records
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Lineup  |  Trackliste

Dass unsere Schweizer Nachbarn neben Schokolade und Käse auch ordentlich Thrashen können, haben bereits in den 80ern Kultbands wie CORONER und POLTERGEIST bestätigt. Und auch heute steht die Szene dort nicht still. BATTALLION erlangten bis zu ihrer Auflösung 2016 europaweit Anerkennung und hießen vorher – welch Zufall – CORPUS DELICTI. Ob es von CORPUS DELICTI, dessen Debütalbum nun hier vorliegt, Absicht war, sich des verworfenen Namens anzunehmen oder nicht, ist aber eigentlich egal – denn soundtechnisch grasen sie eine völlig andere, bodenständigere Ecke des Old School Thrash-Rasens ab.

"Break Everything" ist eine reine Hommage an den deutschen Speed/Thrash der 80er in seiner pursten Form und bedient sich wo es kann an Stilmitteln der großen Vorbilder; trotzdem unterscheiden sich die sieben Songs stark von dem, was die standardmäßigen Bands der New Wave of Thrash Metal bisher so hinzimmerten. Sechzehntel-Geschredder weicht einfallsreichem, zuweilen punkig angehauchtem Riffing; Groovendes Gebretter wechselt sich mit hartem Hochgeschwindigkeits-Geküppel ab. Stücke wie „Rising Darkness“ und „Chaos Prevailing“ erliegen deutlichem Alt-DESTRUCTION-Charme, „Chose Your Grave“ bedient sich klassischer Harmonien und fuckt diese zu einem dreckigen Teutonen-Thrasher à la VIOLENT FORCE ab. LIVING DEATH, VECTOM, SDI, nur um noch ein paar weitere Bands zu nennen – "Break Everything" sticht in dieselbe Vene, wird jedoch dauerhaft dominiert durch ein Hardcore-Feeling und dem dazugehörigen Shouting. Dieses ist leider auch einer der Schwachpunkte, denn die Stücke wirken dadurch – wie auch bei unzähligen weiteren Vertretern heutzutage – etwas stumpf und eintönig. Zu meckern gibt es auch am Sound, der insgesamt etwas dünn daherkommt, und an einigen Tightness-Fehlern und kleineren Verspielern. Da es sich bei "Break Everything" aber um ein Debüt handelt, wollen wir da mal nicht so sein.

Vom Status eines Meisterwerks ist die Debüt-Scheibe (noch) weit entfernt. Trotz wirklich authentischer Riffs und gelungenen Songwritings bleibt erst nach mehrmaligem Durchhören etwas hängen, dann aber macht "Break Everything" durchaus Spaß; für Genrefans lohnt sich ein Hineinhören in jedem Fall. Bekommen CORPUS DELICTI die kleinen Ungereimtheiten für das nächste Album in den Griff, sollte ihrem Erfolg nichts mehr im Wege stehen, denn Talent und Ideenreichtum sind da.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Florian Fait (30.07.2018)

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