TASTE - Moral Decay

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VÖ: 31.08.2018
Bandinfo: TASTE
Genre: AOR
Label: AOR Heaven
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Lineup  |  Trackliste

Schweden! Berühmt für viele Dinge: Möbel mit lustigen Namen, Köttbullar (die kleinen köstlichen Fleischbällchen, die bei keinem Kauf von Möbeln mit lustigen Namen fehlen dürfen), Surströmming (der vergorene, stinkende Hering, den man eher meiden sollte) und natürlich Musik. Von Pop bis Pagan Metal hauen die Schweden seit Jahrzehnten immer wieder großartige Bands raus.

Eine, die sich im schwedischen Whirlpool tummelt, ist TASTE, die Ende August 2018 ihren zweiten Langspieler "Moral Decay" veröffentlichen. TASTE, das sind die Brüder Christoffer (Vocals, Gitarre, Keyboards) und Felix Borg (Bass, Drums, Keyboards), die sich musikalisch dem KOR (Keyboard Oriented Rock - ein Subgenre des AOR) verschrieben haben. Was dabei bisher rauskam, war ein selbstbetiteltes Debut im Jahr 2013, das von Fans sowie Presse warm aufgenommen wurde.

Stellt sich die Frage: kann "Moral Decay" einen draufsetzen? Ist dieses Album lecker "Köttbullar" oder doch eher müffelnder "Surströmming"? Tatsache ist, dass Freunde des 80s-AOR hier voll auf ihre Kosten kommen. Schon der kurze instrumentale Einstieg, "On The Run", transportiert einen zurück in die Zeit der Glam-Fönfrisuren und Spandexleggings. Synthetische Keyboardklänge dominieren, schneidende Gitarren übernehmen und leiten reibungslos zum nächsten Song "Alive" über. Abgerundet wird die musikalische Zeitreise von Christoffer Borg, dessen Stimme perfekt für diesen Sound ist: glatt, weich und dennoch kraftvoll, mit einer beeindruckenden tonalen Reichweite, die er schon bei der Powerballade "On My Shoulder" unter Beweis stellt. Tracks wie "Rainbow Warrior", "Adventureland" und selbst der ruhig gehaltene Titeltrack spiegeln, trotz des lamentierten moralischen Verfalls, durchaus positive Vibes wider. Der Sound ist größtenteils verspielt, die Melodien eingängig, die Lyrics sollen zum besseren Lebenswandel inspirieren. Aber klar geht es auch schneller und härter: "My Own Worst Enemy" ist eine knackig dahingaloppierende Nummer, wo die Lead Guitar so richtig zeigen darf, was sie kann.

Allgemein ist der Sound auf "Moral Decay" aber doch eher weichgespült - auf gute Art und Weise. Die Brüder Borg sind perfekt aufeinander eingespielt und der Sound ist von Christoffer Borg (ANTHRAX, AMARANTHE, DANKO JONES) gut gemischt; also ein erfolgreiches Familienunternehmen sozusagen.

Was den Glanz ein bisschen nimmt, sind die zum Teil recht holprig klingenden Lyrics. Mitunter kommt das Gefühl hoch, dass Text nicht so ganz in Melodie reinpasst bzw. andersrum. Das bremst einige Tracks hin und wieder, nimmt ihnen den gewissen Flow, was schade ist.

Fazit ist aber dennoch, dass TASTE mit "Moral Decay" ein Album geliefert haben, dass viele AOR-Fans auf jeden Fall in ihre Sammlung aufnehmen sollten. Eine Runde Kötbullar, bitte!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (29.08.2018)

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